Die Ernährung eines Welpen legt die Grundlage für seine körperliche Entwicklung und sein späteres Wohlbefinden – umso wichtiger ist es, Fütterungsempfehlungen einordnen zu können und Werbeaussagen von biologischen Grundlagen zu unterscheiden.
Inhaltsverzeichnis
- Welpenernährung
- Die Qualität von Hundefutter
- Woraus sollte ein qualitativ hochwertiges Hundefutter bestehen?
- Die Aufzucht eines Welpen
- Die Ernährung eines Welpen
- Hundefutter für Welpen
- Die Futterumstellung
- Wann ist eine Futterumstellung notwendig?
- Auswirkungen einer falschen Ernährung beim Welpen
- Welpenfutter und Allergien
- Trockenfutter für Welpen? Ja, aber…
- Worauf muss man denn beim Welpenfutter achten?
- Calcium-Phosphor-Verhältnis
- Fleischanteil im Welpenfutter
- Welpenfutter und Rohprotein/Roheiweiß
- Welpenfutter ja oder nein
- Spezielles Welpenfutter pro und contra
- Die Alternative zu Welpenfutter
- Fazit
- Zusammenfassung
Welpenernährung
Wenn es nach der Werbung geht, gibt es für jedes Alter, Größe, Rasse und Lebenslage unseres Lieblings das dementsprechende Futter! Das ist auch so beim Welpenfutter! Hier wird der „Ersthundebesitzer“ schnell mit dem Überangebot erschlagen und anfangs hört sich das alles ganz zu an…
Aber muss es wirklich für jede Lebenslage ein spezielles Futter geben? Wenn wir uns den Wolf anschauen, wird ganz schnell klar, dass das nicht so ganz der Wahrheit entspricht. Das Rudel teilt das Beutetier vom Welpe bis Senior auf. Der Welpe bekommt in den ersten Wochen lediglich das Futter „vorgekaut“.
Passend dazu:
Durch „gutes“ Marketing und viel Augenwischerei versucht genau hier die Futtermittelindustrie das „richtige“ Futter speziell für Ihren Liebling an den Besitzer/in zu bringen. Gerade beim ersten Hund ist man als unerfahrener Hundebesitzer diesen Werbeversprechen auf Verdei und Verderb ausgeliefert.
Normalerweise geht man davon aus sich auf den Züchter, Tierarzt oder Tierheimleiter verlassen zu können, aber auch hier ist von Fall zu Fall noch sehr viel Aufklärungsarbeit zu leisten, was die meisten gar nicht in den Sinn kommen würde. Ein falsches Hundefutter kann am Ende sogar schädlich für den Welpen sein, insbesondere dann, wenn es sich um das von Menschen erfundenes Trockenfutter handelt.
Die Qualität von Hundefutter
Kommen wir zur Qualität des Hundefutters und wie sich sozusagen „die Spreu vom Weizen trennt“. Hier gilt NICHT: Wer viel wirbt ist gut. Gerade wegen der ständigen Industrialisierung in der Tierfuttermittelherstellung bleiben hochwertige Inhaltsstoffe meist auf der Strecke!
Wie hochwertig das verarbeitete Fleisch ist, oder wieviel überhaupt enthalten ist, bleibt auf den meisten Etiketten ein Rätsel. Die tierischen Nebenerzeugnisse bestehen oftmals aus allem, was die Schlachtabfälle heutzutage hergeben. Ob das Fleisch oder die tierischen Nebenerzeugnisse abgekocht sind oder nicht, kann der Tierhalter dem Etikett auch nicht entnehmen.
Es gibt schöne Etiketten und durch die Werbung bekannte Marken. Allerdings sagt keine der Tatsachen etwas über die Qualität des Futters aus. So spricht z. B. auch das Missverhältnis von Kalzium und Phosphor eine deutliche Sprache zur Qualität. Durch diese und viele andere Beeinflussungen erschwert sich für den Hundebesitzer die Suche nach einem hochwertigen Futter zur Aufzucht eines Welpen.
Hier hilft Hintergrundwissen zur Etikett-Lesung: Deklaration
Woraus sollte denn ein qualitativ hochwertiges Hundefutter bestehen?
- aus hochwertigem Fleisch mit hohem Proteingehalt
- aus niedrigem pflanzlichen Proteingehalt
- Ohne Zucker
- Ohne Zusatzstoffe
- Ohne Konservierungsstoffe
- Ohne Chemie
Vitamine, Mineralien und Spurenelemente sind weitestgehend im Fleisch und in den wenigen pflanzlichen Anteilen enthalten. Ihr gesonderte Erwähnung auf einem Etikett weist jedoch auf spezielle Zusätze und damit ggf. auf eine minderwertige Qualität der Inhaltsstoffe hin.
Die Aufzucht eines Welpen
Wenn die Kleinen die Welt erblickt haben saugen sie von der 1. bis 4. Lebenswoche etwas 8-12 Mal täglich bei der Mutter. Erst ab der 6. Woche verringert sich das Saugen auf ca. 5-6 Mal am Tag. Normalerweise beginnt der Züchter ab der 4. Woche mit der Zufütterung von fester Nahrung. Spätestens ab der 8. Woche sollte der Welpe dann vollständig entwöhnt sein und auf das spätere Futter umgestellt sein, denn jetzt beginnt seine Reise in ein neues zu Hause.
Die Ernährung eines Welpen
Der heranwachsende Welpe hat gerade in den ersten 6 bis 8 Lebensmonaten einen erhöhten Nährstoff- und Energiebedarf. Für einen gesunden Start ins Leben hat der Welpe die sehr nahrhafte und gesunde Muttermilch bekommen und sollte jetzt bei der Abholung (8.-10. Wochen) auf ca. 5-6 Mahlzeiten pro Tag eingestellt sein.
Wenn der Welpen übernommen wird sollten die 5-6 Mahlzeiten pro Tag übernommen werden. Merke: Wenn die Mahlzeit zu groß ist, kommt im Organismus beim Welpen nicht genug an. Mit etwas 6 Monaten können die Mahlzeiten des Welpen auf drei reduziert werden und mit einem dreiviertel Jahr sollte die Fütterung auf zwei Mahlzeiten am Tag eingestellt sein. Die Fütterung sollte allerdings nicht auf eine Mahlzeit am Tag reduziert werden. Zum einen kann es durch die dann zu große Futtermenge zu einer Magendrehung kommen und zum anderen ist der Zeitraum von 24 Stunden für die Verdauung nicht optimal.
Wichtig: Bitte immer zimmerwarm füttern
Hundefutter für Welpen
Ab der 3.-4. Woche wird der Welpe vom Züchter an feste Nahrung gewöhnt und wird in den darauf folgenden Wochen von der Muttermilch entwöhnt. Die Reise in ein neues zu Hause kann gemeistert werden.
Wenn der Welpe abgeholt wird, bekommen die neuen Hundebesitzer das vom Züchter zuletzt gefütterte Futter, in einer kleinen Ration, mit. Dieses Futter kennt der Welpe seit seiner 3. Lebenswoche, ob es gesund und artgerecht ist, sei mal dahingestellt.
In seinem neuen zu Hause kann der Welpe in Ruhe auf ein hochwertiges und natürliches Hundefutter umgestellt werden. Bei der Auswahl des Futters ist zu beachten, das es wirklich alles das enthält was ein Welpe benötigt. So sollten alle Bestandteile in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen, um späteren Erkrankungen vorzubeugen.
Die Futterumstellung
Der Magen-Darmtrakt eines Welpen ist empfindlich und benötigt bei der Futterumstellung genug Zeit, denn er muss sich an das neue Futter und dessen Bestandteile gewöhnen. Zum Teil ändert der Darm die Zusammensetzung der Schleimhaut um das neue Futter besser verarbeiten zum können. Aus diesem Grund sollte die Umstellung nur Stück für Stück erfolgen und nicht radikal. Denn nur mit der schonenden Umstellung lassen sich Durchfälle und Magen-Darm-Probleme vermeiden.
Wenn es um Verdauung/Überlastung geht, lies auch: Bauchspeicheldrüsenprobleme bei Hund & Katze
Fazit
Ein Welpe benötigt kein spezielles Welpenfutter! So wie es uns die Natur zeigt, werden auch Wolfswelpen ohne spezielles Futter groß und stark. Noch vor Jahrzehnten gab es kein spezielles Futter für Welpen oder Senioren und dennoch sind unsere Hunde älter als heutzutage geworden!
Welpen brauchen kein extra Welpenfutter – sie brauchen nur ein hochwertiges Nassfutter mit hohem Fleischanteil – halt ganz so, wie die Natur es vorgesehen hat!
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Zusammenfassung
Was sollte ein Welpe ab der 8. Wochen fressen?
Welpen sind in den ersten Lebenswochen physiologisch noch nicht vollständig darauf eingestellt, größere Mengen an Kohlenhydraten zu verwerten. Viele Trockenfutter enthalten jedoch rund 40–50% Kohlenhydrate, da diese für die technische Herstellung notwendig sind. Deshalb ist es sinnvoll, in den ersten Lebenswochen den Fokus auf hochwertige, gut verwertbare Proteine zu legen und stark kohlenhydratlastige Futtermittel zu vermeiden.
Unabhängig vom Alter gilt: Zucker (offen oder über Sammelbegriffe deklariert) sowie bestimmte Zusatzstoffe wie Yucca sollten kritisch betrachtet werden, da sie technologischen oder sensorischen Zwecken dienen, nicht jedoch der artgerechten Ernährung.
Warum solche Stoffe überhaupt im Futter landen dürfen – und wie man sie in der Deklaration erkennt –, wird im Artikel Deklaration von Hunde und Katzenfutter ausführlich erklärt. Er hilft dabei, Futtermittelangaben richtig einzuordnen und Werbeaussagen von tatsächlichen Inhaltsstoffen zu unterscheiden.
Wie oft darf ein Welpe fressen?
Da der Welpe einen kleinen Magen hat, sollten gerade in den ersten Monaten die Portionen der Magengröße angepasst werden. So kann man mit 6 kleinen Portionen/Tag beginnen und reduziert diese nach und nach, sodass man nach ungefähr einem Jahr auf 2-3 Portionen ist.
Wie viel Gramm Futter pro kg darf ein Welpe fressen?
Welpen haben in den ersten 6 Monaten den doppelten Umsatz an Energie. Nicht nur dass Skelett braucht Nährstoffe zum wachsen, auch alle Organe müssen ausgebildet werden. Wer hier den Organismus in der Wachstumsphase mit hochwertigen Zutaten versorgt, legt eine gesunde Basis für die Zukunft.
Kann man einen Welpen Überfüttern?
Generell gilt bei hochwertigem Nassfutter (natürliche Nahrung), dass man den Welpen nicht so schnell überversorgen (überschüssiges wird ausgeschieden) kann, jedoch schnell unterversorgen kann. ACHTUNG!!! Bei Trockenfutter sieht das ganze anders aus. Die 40-50% Kohlenhydrate können auf die Hüften gehen und so schnell zu Skelett-Problemen führen. Kohlenhydrate errechnet man = 100 minus Rohprotein, Rohfaser, Rohfett-öl, Rohasche, Feuchtigkeit = Summe = Kohlenhydrate.
Wie berechne ich die Futtermenge eines Welpen?
Die Formel für Welpen kleiner Rassen lautet: 0,66 MJ x kg0,75 Körpergewicht. Welpen größerer Hunderassen benötigen dagegen: 0,75 MJ x kg0,75 Körpergewicht. Ein Welpe darf sich mit hochwertigem Nassfutter satt essen. Bei Trockenfutter muss auf die vielen Kohlenhydrate (40-59%) geachtet werden, um eine Überfütterung, die Organ oder Skelettschäden mit sich bringen kann, zu vermeiden.
FAQ – Häufige Fragen zur Welpenernährung
Braucht ein Welpe spezielles Welpenfutter?
Nein. Ein Welpe benötigt keine speziell ausgelobte „Welpenrezeptur“, sondern ein ausgewogenes Futter, das seinem Entwicklungsstand entspricht. Entscheidend sind Qualität, Zusammensetzung und Nährstoffverhältnis – nicht die Bezeichnung auf der Verpackung.
Wie oft sollte ein Welpe am Tag fressen?
In den ersten Lebensmonaten sind mehrere kleine Mahlzeiten sinnvoll. Üblich sind anfangs fünf bis sechs Portionen pro Tag, die mit zunehmendem Alter schrittweise reduziert werden.
Wie viel Futter braucht ein Welpe?
Der Bedarf richtet sich nach Alter, Gewicht, Rasse und Aktivität. Welpen haben einen höheren Energiebedarf als erwachsene Hunde, sollten aber gleichmäßig und rassetypisch wachsen – nicht möglichst schnell.
Warum sind große Portionen für Welpen ungünstig?
Zu große Mahlzeiten belasten den Verdauungstrakt und können dazu führen, dass Nährstoffe schlechter verwertet werden. Mehrere kleinere Portionen sind für den Organismus besser handhabbar.
Sind Kohlenhydrate für Welpen problematisch?
Der Verdauungstrakt von Welpen ist noch in Entwicklung. Enzyme zur Stärkeverwertung stehen erst ab etwa der 12. Lebenswoche vollständig zur Verfügung. Hohe Kohlenhydratmengen können den jungen Organismus unnötig belasten.
Ist Trockenfutter für Welpen geeignet?
Trockenfutter enthält technisch bedingt häufig hohe Kohlenhydratanteile. Diese können zur Zahnsteinbildung beitragen und den Stoffwechsel belasten. Wird Trockenfutter gefüttert, sollte es hochwertig sein und vor der Gabe eingeweicht werden.
Kann man einen Welpen überfüttern?
Ja. Vor allem energiereiches Futter kann zu zu schnellem Wachstum führen. Das wirkt sich insbesondere auf Knochen und Gelenke ungünstig aus – vor allem bei mittelgroßen und großen Rassen.
Welche Rolle spielt das Calcium-Phosphor-Verhältnis?
Ein ausgewogenes Verhältnis ist in der Wachstumsphase entscheidend. Ein Missverhältnis kann das Knochenwachstum negativ beeinflussen und wird mit Entwicklungsproblemen in Verbindung gebracht.
Woran erkennt man, dass ein Futter ungeeignet ist?
Mögliche Hinweise sind unter anderem Verdauungsprobleme, stumpfes Fell, auffälliges Wachstum, ständige Futtersuche oder mangelnde Gewichtsentwicklung. Bei anhaltenden Auffälligkeiten sollte die Fütterung überprüft werden.
Warum ist die Deklaration auf dem Futter so wichtig?
Die Deklaration zeigt, welche Bestandteile tatsächlich enthalten sind. Sie hilft dabei, Zucker, Zusatzstoffe oder minderwertige Bestandteile zu erkennen und Werbeaussagen besser einzuordnen. Mehr dazu erklärt der Artikel zur Deklaration von Hunde- und Katzenfutter.
MERKE
Was man dem Welpen im ersten Lebensjahr füttert wirkt sich auf sein ganzes Leben aus. Gutes und hochwertiges Futter bedeutet in diesem Sinn einen guten Start ins Leben der sich über die Jahre auszahlt. Füttert man „schlechtes“ oder minderwertiges Futter, kann sich das im Laufe der Zeit in Form von Krankheiten oder Allergien zeigen.