Inhaltsverzeichnis
- Deklaration richtig lesen
- Offene oder geschlossene Deklaration?
- Offene Deklaration
- Halboffene Deklaration
- Geschlossene Deklaration
- Inhalts- & Zusatzstoffe
- Inhaltsstoffe im Hunde- oder Katzenfutter
- Zusatzstoffe im Hunde- oder Katzenfutter
- Technische Zusatzstoffe
- Sensorische Zusatzstoffe
- Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe
- Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse
- Deklaration Fleisch
- Wieviel Fleisch ist drin?
- Tierische Nebenerzeugnisse
- Buchtipp
- Auswahl des Futters
Viele Hunde- und Katzenhalter versuchen ein geeignetes Futter für ihren Liebling zu finden. Das Vorhaben ist im heutigen Futterdschungel nicht gerade eine einfach Aufgabe. Nicht nur die unterschiedlichen Aussagen im Internet oder Foren sind verwirrend, auch die Deklaration der Futtermittel macht es dem Verbraucher nicht gerade einfacher.
Daher möchte ich in diesem Beitrag versuchen ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, so dass ihr euch besser im Dschungel der Futtermittelindustrie zurechtfindet und ein geeignetes Futter für euren Liebling finden könnt.
Mein erster Tipp: Nicht immer alles als gegeben hinnehmen sondern eher hinterfragen!
Deklaration – Hundefutter
Die Gesetzgebung, also die Futtermittelverkehrsverordnung (EG-VO 767/2009), regelt die Kennzeichnungspflicht von Hundefutter. Dabei sind u.a. die Pflichtangaben von Rohprotein, Rohöl, Rohasche, Rohfaser und Feuchtigkeit aufzuführen. Mit Sicherheit sind aber die Angaben von Inhalts- und/oder Zusatzstoffen für eine abschließende Beurteilung nicht außer Acht zu lassen.
Wenn ich mir allerdings diese Verordnung oder einige Deklarationen ansehe, hab ich das beklemmende Gefühl, das ich das Studium eines Ernährungswissenschaften abschließen müsste, um da durchzusteigen. Allerdings kann man auch alles verkomplizieren. Eine einfache Art des Ausschlussverfahrens wäre es, sein Haustier entscheiden zu lassen.

Deklaration richtig lesen
Entscheidend ist: man muss sich intensiv mit der Deklaration auseinander setzen und dieses auch wollen. Nur dann kann man die Deklaration seines Hundefutter verstehen und ggf. hinterfragen.
Der erste Schritt ist hierbei, das der Tierbesitzer zwischen einer halboffenen Deklaration, einer geschlossenen bzw. offener geschlossene Deklaration und der offenen Deklaration unterscheiden kann.
Offene oder geschlossene Deklaration?
Die vollständig offene Deklaration wird im Heimtierbereich, meist auf Grund zum Schutz der Rezeptur, kaum angewendet. Diese offene Art der Deklaration ist fast nur im Nutztierbereich zu finden. Umgangssprachlich spricht man allerdings schon von einer offenen Deklaration, wenn die Prozentangaben nicht in Klammern stehen.
Das Futtermittelrecht gestatten für Heimtiernahrung weiterhin die sogenannte „halboffene“ oder „geschlossene“ Deklaration. Schauen wir uns die drei Varianten mal genauer an.
Offene Deklaration
Jede Zutat muss einzeln aufgelistet sein. Der Prozentanteil muss ohne Klammer vor oder hinter der Zutat stehen und optimal ist die Zutat eindeutig beschrieben – Beispiel: Rindermuskelfleisch – hier ist hochwertiges Muskelfleisch enthalten. Alle Zutaten zusammengerechnet müssen 100% des Inhalts ergeben.
Beispiel: 80% Rind, 20% Karotten
Hier haben wir 80% Rind und 20% Karotten im Futter.
80% + 20% = 100% Inhalt.
Halboffene Deklaration
Die Prozentangabe steht in Klammern. Das heisst jetzt nicht, wie vorher in der offenen Deklaration, das 80% Rind im Futter enthalten sind. Es heisst lediglich das 80% von Masse X (diese eindeutige Angabe fehlt uns leider) Rind ist. Und die Zutat Rind ist nicht ausreichend beschrieben – Beispiel: Rind – hier bleibt die Frage offen: was vom Rind?
Beispiel: X Rind (80%), Karotte (20%).
Geschlossene Deklaration
Bei der geschlossenen Deklaration wird die Zusammensetzung lautl §13 Anlage 2b der Futtermittelverordnung lediglich nach Futtergruppen aufgeschlüsselt. Die Zutaten werden in absteigender Reihenfolge ihrer Gewichtsanteile aufgelistet. Mengenanteile gibt es wenig bis gar keine.
Beispiel: Fleisch- und tierische Nebenerzeugnisse, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Getreide, Mineralstoffe (2%), Maismehl, Öle und Fette, Zucker
Tierische Nebenerzeugnisse
Der Begriff tierische Nebenerzeugnisse des deutschen Futtermittelrechts umfasst, abgesehen vom Muskelfleisch, nahezu alle anderen Organe und Innereien eines Schlachttieres, die für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignet sind. Hierzu zählen sowohl Organe wie Leber und Lunge, als auch Schlachtabfälle wie Hörner, Felle, Federn oder Genitalien.
Pflanzliche Nebenerzeugnisse
Sind nichts anderes als Abfallprodukte, die bei der Getreideverwertung anfallen (u. a. Maispflanze, Weizenkleie, Erdnussschalen, Pflanzenmehle, Stroh, …). Der Hersteller nutzt diese als billige Füllstoffe. Der Hund oder die Katze können diese schlecht verwerten und führen eher zu Irritationen im Verdauungstrakt.
Inhalts- & Zusatzstoffe
Wenn Sie sich mit dem Thema Hundefutter schon einmal auseinandergesetzt haben, sind Ihnen sicherlich schon die begrifflichkeiten Rohprotein und Rohasche unter die Augen gekommen. Letztendlich ist aber nicht nur der Gehalt von Rohprotein oder Rohasche ausschlaggebend, sondern eher die Inhaltsstoffe und die Quelle des Hundefutters. Denn minderwertige Bestandteile im Hundefutter können diese Werte ganz schnell verfälschen.
Extrem wichtig ist es daher, dass die Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs sind. Diese dann auch noch zu 100% deklariert wäre der Idealfall.
Aber auch bei natürlichen Zutaten darf man es nicht übertreiben. So kann sich die tägliche Gabe von Kräutern und/oder Heilpflanzen im Hundefutter negativ auf die Gesundheit des Tieres auswirken.
Gerade in den hunderten von verschiedenen Trockenfuttersorten für Hunde und/oder Katzen finden sich viele Inhaltsstoffe bzw. Zusatzstoffe, die mit einer gesunden Hunde- und/oder Katzenernährung nichts mehr zu tun haben.
Führen sie jetzt doch einfach mal den Selbsttest am eigenen Futter durch. Egal ob Trocken oder Nassfutter. Können Sie die Zutatenliste lesen und verstehen ohne nachzuforschen?
Na, haben sie es geschafft? Nicht so richtig? Keine Sorge, dann geht es Ihnen nicht anders als vielen anderen Hunde- oder Katzenbesitzern.
Nachfolgend möchte ich Ihnen einen kleinen Überblick der wahrscheinlich eben von Ihnen gelesenen aber nicht verstandenen Inhaltsstoffe auflisten.
Geschmacksverstärker, die mit den E-Nummern E 620 bis E 637 gekennzeichnet sind: Darunter lassen sich Glutamate und Geschmacksverstärker finden, die im Verdacht stehen, Verdauungsbeschwerden auszulösen.
Inhaltsstoffe im Hunde- oder Katzenfutter
- Ascorbinsäure / Ascorbyl Palmitat = synthetische Form von Vitamin C
- Bierhefe = Nebenprodukt aus der Bierherstellung, reich an Vitamin B
- Cassia Gum = Bindemittel. Wird in der Regel in Nassfutter verwendet und dient der optischen Aufbesserung für den Käufer, nicht fürs Tier.
- Chondroitin = Produkte mit Dosierungen von 730-1.000 mg/Tag werden gastrointestinale Beschwerden (Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit) sowie Kopfschmerzen bzw. Schwindelgefühl als häufige unerwünschte Wirkungen aufgeführt.
- Eisenoxid = natürliche Quelle von Eisen, wird dem Futter oft zugesetzt, um eine fleischähnliche Farbe zu erhalten
- Enterococcus Faecium = gute Darmbakterien https://de.wikipedia.org/wiki/Enterococcus_faecium
- Farbstoffe = Diese Stoffe sind nur dazu da, das Futter appetitlicher aussehen zu lassen. Sie enthalten weder Nährstoffe noch tragen sie etwas zum Geschmack des Hundefutters bei. Genau wie Geschmacksverstärker stehen auch sie im Verdacht, Unverträglichkeiten und Allergien auslösen zu können. Zudem sind sie alle synthetischen Ursprungs, also nicht natürlichen Ursprungs.
E127 (Erythrosin) = dieser Farbstoff soll zu den zuvor genannten Symptomen außerdem Schilddrüsenstörungen hervorrufen.
E123 (Amaranth) = ein dunkelroter Lebensmittelfarbstoff. In den USA ist er sogar verboten, da er unter Krebsverdacht steht.
E 200 (Sorbinsäure) = Konservierungsstoff
E 202 (Kaliumsorbat) = Kaliumsalz der Sorbinsäure, Konservierungsstoff, kann Allergien auslösen
E 250 (Natriumhexametaphosphat / Natriumnitrit) = dient u.a. als Konservierungsmittel
E 306 (Tocopherol / stark tocopherolhaltige Extrakte natürlichen Ursprungs) = Antioxidationsmittel und Konservierungsmittel
http://das-ist-drin.de/glossar/e-nummern/e306-stark-tocopherolhaltige-extrakte-tocopherol/
E 324 (Ethoxyquin) = Konservierungsmittel, Antioxidans, Futtermittelzusatzstoff
E 341 (Calciumphosphat / Dicalciumphosphat) = Lebensmittelzusatzstoff (in der Nutztierhaltung untersagt) Vorsicht beim Phosphat/Kalziumhaushalt
http://www.zusatzstoffe-online.de/zusatzstoffe/125.e341_calciumphosphat.html
E422 (Glycerin) = ein Zuckeralkohol und Aromastoff/Süßungsmittel https://de.wikipedia.org/wiki/Glycerin
Cellulose / Zellulose / E460 = Rohstoff hauptsächlich zur Papierherstellung, Lebensmittelzusatzstoff
http://www.zusatzstoffe-online.de/zusatzstoffe/175.e460_cellulose.html
E 508 (Kaliumchlorid) = chemische Verbindung von Kalium mit Chlor, insbesondere Verwendung zur Herstellung von Kalidüngern, Festigungsmittel und Geschmacksverstärker im Futter https://de.wikipedia.org/wiki/Kaliumchlorid
E 1520 (Propylenglycol) = Lebensmittelzusatzstoff
http://www.zusatzstoffe-online.de/zusatzstoffe/316.e1520_propylenglycol.html - Fette und Öle – kann alles sein, wenn es nicht genau deklariert ist (z. B. auch altes Frittierfett, Fette toter Tiere usw.)
- Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse sowie pflanzliche Nebenerzeugnisse = siehe hier
- Fructo-Oligosaccharide = zur Darmförderung, Mehrfachzucker, Verwendung als Prebiotika
- Fructose = Fruchtzucker
- Gelatine = Binde- und Verdickungsmittel
- Getreidemehl = alle Arten von gemahlenem Getreide
- Glucosamin = hat knorpelaufbauende, entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften. Daher stellt das Haupteinsatzgebiet von Glucosamin die Behandlung von Gelenkerkrankungen wie der Arthrose dar. Hierbei handelt es sich um Verschleißerscheinungen, wobei es zu einem Abbau der natürlichen Knorpelmasse kommt.
- Glutamat = Geschmacksverstärker – entsteht auch beim Prozess des hydrolisierens
- Gluten = ein Kleber bzw. Klebereiweiß, enthalten in Getreide wie Weizen, Gerste, Roggen, Dinkel usw.
- Glutenfrei= Psydogetreide wie Amaranth, Buchweizen und auch Mais, Reis
- hydrolysiert / Hydrolyse = https://de.wikipedia.org/wiki/Hydrolyse
- Inulin = Futterzusatzstoff zur Erhöhung des Ballaststoff Anteils, als Fettersatz und um den Geschmack zu verbessern
- Kräuter und Heilpflanzen – die beliebtesten im Hundefutter sind Thymian, Majoran, Oregano, Petersilie, Salbei, Brombeere, Himbeere, Heidelbeere, Schwarze Johannisbeere, Holunderbeere, Aroniabeere, Brennnessel, Weißdorn, Löwenzahn, Ginseng, Schafgarbe, Fenchel, Kümmel, Mistelkraut, Enzianwurzel, Blaubeere, Yucca (pflanzliches Schmerzmittel), Fenchel, Kamille, Mistelkraut, Enzianwurzel, Tausendgüldenkraut uvm. Kräuter = zu viele Kräuter können zu Unverträglichkeiten führen und sind für die tägliche Fütterung eher ungeeignet
- Lactobacillus = Bakterium, Ballaststoff, Prebiotikum
- Linolsäure – zweifach ungesättigte Fettsäure https://de.wikipedia.org/wiki/Linols%C3%A4ure
- Maltodextrin = wasserlösliches Kohlenhydratgemisch, meist Füllstoff
- Mannan-Oligosaccharide = Prebiotika, Ballaststoffe aus der Zellwand von Hefe
- Tierprotein = weder ist die Tierart noch das Tierbestandteil deklariert, daher kann es alles vom Tier sein. So z. B. auch aus 100% Federn bestehen, was als hypoallergen „verkauft“ wird
- Pektine = lösliche Ballaststoffe, meist Verdickungsmittel
- pflanzliche Eiweißextrakte = alle Produkte, die aus Pflanzen hergestellt werden mit mind. 50% Eiweißgehalt z.B. Kartoffeleiweiß, Weizenprotein, Erbsenproteinkonzentrat
- Riboflavin / Lactoflavin = synthetische Form von Vitamin B2
- Rübenschnitzel /Trockenschnitzel/Rübenmus/Rübenfasern = Nebenprodukt der Zuckerrübenverarbeitung. Dient z. B. bei Nassfutter der optischen Aufbesserung (Futter wird „roter“)
https://de.wikipedia.org/wiki/Zuckerr%C3%BCbenschnitzel - Sulfate / -sulfat = Verbindungen mit Schwefelsäure, erhöht die Verdaulichkeit gebundener Stoffe
-
Yucca = u.a. pflanzliches Schmerzmittel (Achtung bei Dauermedikation)
-
Zellulose = unverdauliche Pflanzenteile – meist ein Füllstoff
- Zucker / Zuckerersatzstoffe (-ose) = u. a. Sukrose, Saccharose, Dextrose, Melasse, Malzkeime, Rübenschnitzel, Karamell, Zellulose, Maltose, Aspartam, Glucosamin, Traubenzucker, Glukose
- Zusatzstoffe = Oberbegriff für verschiedene Stoffklassen
Kräuter im Hundefutter
Natürlich macht hier die Menge das Gift und viele Kräuter bieten eine Menge an Vitaminen für unsere Vierbeiner. Dennoch gibt es Kräuter die für eine bestimmte „Aufgabe“ eingesetzt werden.
- Brennnessel = wirkt sich positiv auf den Stoffwechsel aus, regt die Nierentätigkeit an, senkt die Harnsäure und wirkt blutbildend auf rote Blutkörperchen (Erythozyten: verantwortlich für den Sauerstofftransport)
- Ginseng = Inhaltsstoffe aus der Wurzel können die Blutgerinnung verändern. Kann Probleme bei Diabetis oder hohem Blutdruck machen – sollte mit einem Tierarzt abgesprochen werden
- Kartoffel = basisch und beruhigt den Darm. Bitte nur gekocht und nur ohne Pelle
- Löwenzahn = dient der Entgiftung und belastet die Leber (die sollte gesund sein) mehr als Mariendistel
- Mariendistel = dient der Entgiftung, belastet die Leber weniger als der Löwenzahn
- Oregano = wirkt gut bei Hals- oder Bronchialbeschwerden
- Pfefferminz = wirkt Stessmindernd
- Omega-3 = wirkt sich positiv auf Zellkerne aus und macht sie „weicher“, heisst: sie können besser Vitamine & Co aufnehmen. Gut bei Neurodermitis oder Arthrose. Lesen Sie dazu auch meinen Artikel
- Omega-6 = wirkt sich negativ auf Zellkerne aus und macht sie „härter“, heisst: an ihnen prallen Vitamine & Co ab.
- Thymian = wirkt gegen schädliche Parasiten im Darm. Vorsicht: keine Dauergabe auf Grund der ätherischen Öle. Trächtige Hündinnen sollten kein Tymian bekommen
- Tomate = enthält Solarin was tödlich für die Fellnase sein kann. Der Solarinanteil verringert sich nach Reifegrad der Tomate
- Weißdorn = herzstärkend. Vorsicht bei Verwendung in Kombination mit Herzmedikamenten – sollte mit einem Tierarzt abgesprochen werden
Zusatzstoffe im Hunde- oder Katzenfutter
Zusatzstoffe sind Zubereitungen, Mikroorganismen und Stoffe die nicht als Futtermittel Ausgangserzeugnis oder Vormischung gelten. Sie werden also bewusst zugeführt. Einige Zusatzstoffe, wie Vitamin D3 oder Taurin (speziell für Katzen), müssen sogar später zum Futter hinzugefügt werden, um dem Tier in ausreichender Menge zur Verfügung zu stehen.
Wichtig ist auch hier immer die natürliche Herkunft und die Menge der Zusatzstoffe.
Demnach brauch man bei einem artgerechten Nassfutter, dass aus natürlichen Zutaten besteht und auf die Bedürfnisse des Tieres abgestimmt ist, kaum noch was an Zusatzstoffen hinzuzufügen. Der Organismus des Tieres wird sich aus den Zutaten, die ihm zur Verfügung gestellt werden, Bedarfsgerecht bedienen.
Beim Trockenfutter sieht das in der Regel leider anders aus. Hier müssen nachträglich Vitamine & Co. zugefügt werden, die auf Grund der Herstellungsweise – egal ob extrudiertes oder kaltgepresstes Hundefutter – verloren gehen.
Entscheidend ist es aber, die auf der Verpackung aufgeführten Zusatzstoffe unterscheiden zu können. Auch hier gibt es wieder die nicht kennzeichnungspflichtige Zusatzstoffe. Es ist also dem Hersteller überlassen ob er diese in der Deklaration aufführt oder nicht.
Aber schauen wir uns die unterschiedlichen Zusatzstoffe mal im einzelnen an.
Technische Zusatzstoffe
Das sind alle Stoffe, die aus verarbeitungstechnischen (technologischen) Gründen zugesetzt werden. Darunter fallen:
- Konservierungsstoffe (Säuren und Salze)
- Antioxidantien
- Verdickungsmittel, Geliermittel, Emulgatoren, Stabilisatoren
- Säureregulatoren
Sensorische Zusatzstoffe
Damit es besser aussieht, besser riecht oder besser schmeckt werden die Sensorischen Stoffe eingesetzt. Diese dienen nur einem Zweck: Das Futter „aufzupeppen“.
- natürliche und synthetische Farbstoffe
- natürliche und künstliche Aromastoffe
Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe
Hierbei handelt es sich um lebenswichtige Nährstoffe die jeder Organismus braucht. Dazu gehören:
- Spurenelemente
- Aminsosäuren und ihre Salze
- Vitamine
Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse
Bei einem artgerechten und gesunden Hundefutter sollte Fleisch stets an erster Stelle stehen. Warum Fleisch? Wir haben bei Hund und Katze einen Carnivoren vor uns. Diesen hat der Mensch zwar in Form, Göße, Aussehen, Farbe, Felleigenschaft und Rasse verändert, jedoch nicht die DNA.
Hunde und die Katze haben immer noch ein Scherengebiss und einen im Verhältnis zum Körper kurzen Darm. Erst wenn dem Hund oder der Katze Backenzähne wachsen und sich die Darmlänge von 1:3 bzw. 1:5 (Fleischfresser) auf 1:23 (Pflanzenfresser) verlängert hat, können wir über eine fleischarme Ernährung nachdenken. 🙂

Wir haben schon gelernt, dass die Zutaten nach Mengenangaben aufgeführt werden. Aber schon bei dieser eigentlich einfachen Liste tricksen manche Hersteller z. B. mit der Unterteilung der verschiedenen Getreidesorten oder deren unterschiedlichen Darreichungsform. Schauen wir uns das mal in einem Beispiel an.
Beispiel: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Maismehl, Maiskleber, Mais, …
So kann der Hersteller das Fleisch an erster Stelle aufführen. Wenn der Hersteller die Unterteilung beim Mais nicht machen würde, könnte seine Deklaration wenn es richtig blöd läuft, so aussehen:
Ergebnis: Mais, Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, …
Schauen wir uns das gleich mal mit Zahlen an.
Beispiel: 40% Rind, 30% Mais getrocknet, 20% Maismehl, 6% Karotten, 4% Maiskleber
40% klingt doch richtig viel, oder? Rechnen wir allerdings den Mais zusammen, sieht es schon wieder ganz anders aus.
Ergebnis: 54% Mais, 40% Rind 6% Karotten
Toller Trick, oder?
Deklaration Fleisch
Aber auch beim Fleisch gibt es die ein oder andere Art der „Schönrederei“. Fangen wir mal mit den Mehlen an. Ich habe diese mal in einer Art Ampel aufgeführt.
Tiermehl kann alles mögliche von einem Tier (Art unbekannt) sein
Geflügelmehl kann alles mögliche von einem Huhn sein
Fleischmehl zermahlenes Fleisch beliebiger Tiere (Art unbekannt)
Geflügelfleischmehl gemahlenes Geflügelfleisch
Merke: Bei Mehlen handelt es sich in der Regel um Schlachtabfälle inklusive Hufe, Hörner, Kadaver & Co. Nur beim Fleischmehl muss es sich wirklich um getrocknetes, gemahlenes Fleisch handeln.
Der neuste Trend nennt sich „Fleischhydrolysat“. Hierbei handelt es sich aber auch nur um Fleisch oder für das Futter verwertbare Schlachtabfälle die hydrolysiert (Aufspaltung von Enzymen durch eine Reaktion mit Wasser) worden sind.
Wieviel Fleisch ist drin?
Erinnern wir uns an die Deklarationsarten – geschlossen, halboffen und offen – müssen wir bei der Deklaration bei Fleisch erneut genau hinschauen um zu sehen, wie viel Fleisch und welche Art Fleisch ich eigentlich in meinem ausgewählten Futter habe.
ACHTUNG KLAMMERN!!!

Beispiel: Zusammensetzung ANIfit „GOCKELS DUETT“

Tierische Nebenerzeugnisse
Mittlerweile hat der Begriff „tierische Nebenerzeugnisse“ einen sehr schlechten Ruf. Da unter diesem Sammelbegriff fast alles erlaubt ist, ist das aber auch kein Wunder.
Tierische Nebenerzeugnisse können wertvolle Innereien wie Niere, Pansen, Herz, Leber, Lunge oder Strossen sein, allerdings auch Schlachtabfälle, Kadaver, Hirn, Därme Urin und vieles mehr.
Wenn die tierischen Nebenerzeugnisse nicht explizit ausgewiesen sind, sei es auf dem Etikett oder auf der Internetseite des Herstellers… Finger weg.
MEIN TIPP: ANIfit Nassfutter verwendet wertvolle Innereien als tierische Nebenerzeugnisse.


Buchtipp
„Katzen würden Mäuse kaufen“ von Hans-Ulrich Grimm
Deutschlands Nahrungsmittelkritiker Nr. 1, Hans-UlrichGrimm, hat mit „Katzen würden Mäuse kaufen“ einen schockierenden Bericht über die Skrupellosigkeit der Tierfutterindustrie verfasst. Denn glaubt man der Werbung, ist das Beste für unser Haustier gerade gut genug.
Aber statt ausgewogener Nahrung bekommen unsere vierbeinigen Lieblinge eine ungesunde Mischung aus Schlachtabfällen, Streckmitteln und Stabilisatoren. Darunter auch immer wieder Skandalöses: Klärschlamm etwa. Oder neuartige Ingredienzen aus Erdgas, gewonnen mit Hilfe von Bakterien. Natürlich ganz ohne Kennzeichnung. Damit die Tiere das überhaupt zu sich nehmen, werden Geschmacksstoffe beigemischt.
In »Katzen würden Mäuse kaufen« deckt sie Hans-Ulrich Grimm auf, die unappetitliche Wahrheit über kommerzielles Tierfutter.
Auswahl des Futters
Da wir jetzt schon viel über Deklaration wissen, könnten wir die Futtersorten eigentlich besser miteinander vergleichen. Allerdings muss man sich genau anschauen was man für sein Geld bekommt. Daher sollte man immer einen prüfenden Blick auf die Deklaration des Futters werfen.
Wir müssen demnach darauf achten, was wir miteinander vergleichen. Beispiel: Eine Dose 400g Nassfutter kann 90-95% Fleisch enthalten oder 50%. Das ist dann wie beim Metzger: 90g Fleisch sind teurer als 50g Fleisch.
Wichtig: Trockenfutter (7-14% Feuchtigkeit) kann man mit Nassfutter (75% Feuchtigkeit) nur vergleichen, wenn man beide in den gleichen Zustand (Feuchtigkeit) bringt.
Des Weiteren spielen die Klammern eine nicht unbedeutende Rolle. In jedem Fall sind Angaben ohne Klammer immer eindeutiger, als die Angaben in Klammern.
Kommen wir aber jetzt dazu, wie man ein Futter für seinen Liebling auswählen kann. Eine einfache Methode um Futtersorten zu vergleichen, wäre die folgenden Punkte abzuarbeiten.
1. Fütterungsempfehlung
Als erstes kann man sich die Fütterungsempfehlung ansehen. Hier sieht man relativ schnell ob man viel oder wenig füttern muss. So kann es schnell passieren, dass ich von einer vermeintlichen „teureren“ Futtersorte weniger geben muss als von einer „günstigeren“ und sich der Preisunterschied dadurch schnell relativiert.
2. Klammern
Alle Angaben sollten ohne Klammern aufgelistet sein und im optimalen Fall zusammen 100% ergeben.
3. Bestandteile & Mengenangaben
Jener Bestandteil, der den größten Anteil ausmacht, steht ganz vorn. Danach folgen in absteigender Reihenfolge die weiteren Bestandteile. Ein großer Vorteil wäre es, wenn bei allen Bestandteile auch eine Mengenangabe steht.
Achtung wenn Bestandteile aufgeteilt werden, die eigentlich ein Bestandteil sind:
Deklaration: Lammfleischmehl, …, Dinkelmehl, Dinkelschrot, Dinkelkleie, …
Inhalt: Dinkel, Lammfleischmehl,…
4. Verwendungszweck
Es sollte sich bei dem Futter um ein Alleinfuttermittel handeln.
5. Analytische Bestandteile
Diese sollten aus Protein, Fett, Rohfaser, Kohlenhydrate und Rohasche bestehen. Beim Futter sollte auf Geschmacksverstärker, Konservierungs- oder Farbstoffe sowie Tier- oder Pflanzenmehle verzichtet werden.
TIPP: Kohlenhydrate berechnen: Ausgangswert 100%. Ziehen Sie die analytischen Bestandteile (Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche und Feuchtigkeit) davon ab. Die Restmenge ergibt den Anteil der Kohlenhydrate.
6. Inhaltsstoffe
Weniger ist oft mehr. Auf zu viele künstlich hinzugefügte Inhaltsstoffe sollte verzichtet werden.
7. Soßen & Trinkwasser
Da man selbst Trinkwasser zuführen kann um im Notfall eine „Soße“ zu erzeugen, kann man eigentlich auf beide Zusätze verzichten.
8. Zusatzstoffe
Vitamine und Mineralstoffe sollten in jedem guten Nahrungsmittel von Natur aus enthalten sein. Wenn ich diese Stoffe zusätzlich zufügen muss, suggeriert mir das, dass diese Stoffe vorher entweder nicht enthalten waren oder beim Herstellungsprozess kaputtgemacht worden sind. Ansonsten brauche ich bei guten Nahrungsmitteln keine Zusatzstoffe zuführen. Auch hier gilt: weniger ist mehr.