Parasiten sind eine ständige Bedrohung für unsere Hunde und Katzen. Ob Flöhe, Milben oder andere Plagegeister – sie verursachen Juckreiz, Hautirritationen und können sogar Krankheiten übertragen. Eine natürliche und chemiefreie Methode zur Bekämpfung dieser ungebetenen Gäste ist die Anwendung von Kieselgur, auch bekannt als Diatomeenerde.
Was ist Kieselgur?
Kieselgur besteht aus den fossilen Schalen winziger einzelliger Algen, den sogenannten Diatomeen. Diese Algen lebten einst in Süß- und Salzwasser und haben im Laufe der Zeit Kieselsäure in ihren Zellwänden eingelagert. Nach ihrem Absterben lagerten sich ihre Schalen am Boden ab und bildeten über Millionen von Jahren dicke Sedimentschichten. Durch den Abbau dieser Ablagerungen entsteht das feine Pulver, das als Kieselgur bekannt ist. Es ist reich an Siliziumdioxid, das für seine positiven Effekte auf Haut, Fell und Krallen bekannt ist.
Kieselgur hat eine rein mechanische Wirkung auf Parasiten
Die mikroskopisch kleinen, scharfkantigen Partikel dringen in die äußere Schutzschicht von Flöhen, Milben und anderen Insekten ein, beschädigen sie und entziehen ihnen Feuchtigkeit. Dadurch trocknen die Parasiten aus und sterben ab. Da Kieselgur nicht chemisch wirkt, können sich keine Resistenzen entwickeln, wie es bei herkömmlichen Parasitenmitteln der Fall sein kann.
Hauptbestandteile von Kieselgur
- Siliziumdioxid (SiO₂): Der primäre Bestandteil von Kieselgur, der etwa 80–90% der Zusammensetzung ausmacht.
Zusätzlich enthält Kieselgur folgende Mineralien und Spurenelemente:
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Aluminiumoxid (Al₂O₃): Etwa 2–4% der Zusammensetzung, hauptsächlich in Form von Tonmineralien.
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Eisenoxid (Fe₂O₃): Zwischen 0,5–2% der Zusammensetzung.
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Kalzium (Ca): Ein essentielles Mineral für Knochen und Zähne.
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Magnesium (Mg): Unterstützt den Stoffwechsel und die Muskelfunktion.
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Natrium (Na): Wichtig für den Flüssigkeitshaushalt und die Nervenfunktion.
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Kalium (K): Spielt eine Rolle bei der Regulierung des Herzschlags und der Muskelfunktion.
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Titan (Ti): Ein Spurenelement, das in geringen Mengen vorhanden ist.
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Bor (B): Unterstützt den Knochenstoffwechsel und die Zellmembranfunktion.
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Mangan (Mn): Wichtig für den Energiestoffwechsel und die Knochengesundheit.
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Kupfer (Cu): Spielt eine Rolle bei der Bildung von roten Blutkörperchen und dem Immunsystem.
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Zirkonium (Zr): Ein seltenes Spurenelement.
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Phosphor (P): Essentiell für die Bildung von Knochen und Zähnen sowie für die Energieproduktion.
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Selen (Se): Ein Antioxidans, das die Zellen vor Schäden schützt.
Die genaue Zusammensetzung von Kieselgur kann je nach Herkunft variieren. Die oben genannten Elemente sind jedoch typische Bestandteile, die in unterschiedlichen Konzentrationen vorhanden sein können.
Anwendung von Kieselgur gegen Parasiten
Die Anwendung von Kieselgur ist einfach, aber es gibt einige Punkte zu beachten, um die bestmögliche Wirkung zu erzielen:
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Anwendung auf dem Tier:
Vorbereitung: Das Fell des Hundes oder der Katze sollte trocken und sauber sein. Verfilzungen sollten vorher ausgekämmt werden, damit das Pulver leichter bis zur Haut vordringen kann.
Auftragen: Kieselgur kann mit einem Gewürzstreuer, einer Puderdose oder einem feinen Sieb gleichmäßig über das Fell verteilt werden. Besonders betroffen sind oft der Nacken, der Bauch, die Flanken und die Schwanzwurzel. Die empfohlene Menge liegt bei etwa 1 Esslöffel pro 20 kg Körpergewicht.
Einmassieren: Das Pulver sollte sanft ins Fell einmassiert werden, damit es auch die Haut erreicht. Dazu kann man mit den Händen oder einer weichen Bürste arbeiten. Bei Tieren mit sehr dichtem oder langem Fell kann das Einmassieren etwas intensiver erfolgen.
Einwirken lassen: Kieselgur sollte für einige Stunden oder über Nacht im Fell verbleiben, bevor es vorsichtig ausgekämmt oder ausgeklopft wird.
Regelmäßige Wiederholung: Um alle Entwicklungsstadien der Parasiten zu erfassen, ist es ratsam, die Behandlung mehrere Tage hintereinander durchzuführen.
Anwendung bei Katzen und empfindlichen Hunden
Katzen sind besonders empfindlich, da sie sich häufig lecken. Deshalb sollte Kieselgur sehr sparsam angewendet und darauf geachtet werden, dass das Pulver nicht in die Augen oder Atemwege gelangt. Eine vorsichtige Dosierung und das sanfte Einmassieren ins Fell helfen, die Staubbelastung gering zu halten. Bei Tieren mit Atemwegserkrankungen kann es sinnvoll sein, das Pulver leicht anzufeuchten, damit weniger Staub aufgewirbelt wird.
Spurenelemente durch Fellpflege
Da sich Hunde und Katzen regelmäßig lecken, nehmen sie kleine Mengen Kieselgur auf. Dies kann sogar positive Effekte auf die Gesundheit haben, da Kieselgur wertvolle Spurenelemente enthält:
- Silizium – fördert gesunde Haut, glänzendes Fell und starke Krallen
- Magnesium – unterstützt den Stoffwechsel und die Muskelfunktion
- Calcium – essentiell für Knochen und Zähne
- Eisen – wichtig für die Blutbildung und den Sauerstofftransport
- Zink – stärkt das Immunsystem und hilft bei der Wundheilung
Besonders Silizium ist bekannt für seine positiven Effekte auf Haut und Bindegewebe. Es trägt zur Stabilität von Sehnen, Knorpeln und Gelenken bei. Ein Mangel kann zu brüchigem Fell, Hautproblemen und schlechter Wundheilung führen.
Sicherheitshinweise und mögliche Nebenwirkungen
Obwohl Kieselgur ein natürliches Produkt ist, sollte es nicht in großen Mengen eingeatmet werden, da es die Atemwege reizen kann. Deshalb empfiehlt es sich, die Anwendung in gut belüfteten Räumen oder im Freien durchzuführen. Ein Mundschutz kann hilfreich sein, wenn man besonders feines Kieselgur-Pulver verwendet.
Mögliche Nebenwirkungen:
Atemwegsreizungen: Wenn Kieselgur stark aufgewirbelt wird, kann es feine Staubpartikel freisetzen, die bei empfindlichen Tieren oder Menschen Husten auslösen können.
Trockene Haut: In seltenen Fällen kann Kieselgur die Haut austrocknen. Falls das Tier nach der Anwendung trockene oder schuppige Haut zeigt, kann die Behandlung reduziert oder mit einer Pflegekur aus Kokosöl oder Hanföl kombiniert werden.
Allergische Reaktionen: Obwohl sehr selten, können manche Tiere empfindlich auf Kieselgur reagieren. Falls nach der Anwendung Rötungen oder starker Juckreiz auftreten, sollte die Behandlung abgebrochen und das Fell gründlich ausgespült werden.
Ergänzungen zur Kieselgur-Behandlung
Obwohl Kieselgur sehr effektiv gegen Parasiten ist, kann eine Kombination mit anderen natürlichen Methoden sinnvoll sein:
- Kokosöl: Enthält Laurinsäure, die Parasiten abschreckt. Es kann zusätzlich ins Fell einmassiert werden.
- Schwarzkümmelöl: Kann ins Futter gegeben werden, um Parasiten von innen heraus abzuwehren.
- Natürliche Flohhalsbänder: Mit ätherischen Ölen wie Lavendel oder Zitroneneukalyptus.
- Regelmäßiges Staubsaugen und Waschen der Liegeplätze: Um Eier und Larven von Parasiten zu entfernen.
Fazit
Natürlicher Schutz vor Parasiten für Hunde und Katzen
Kieselgur ist eine umweltfreundliche und effektive Möglichkeit, Parasiten wie Flöhe und Milben zu bekämpfen, ohne den Organismus mit Chemie zu belasten. Neben der schädlichen Wirkung auf Parasiten profitieren Hunde und Katzen sogar von den enthaltenen Spurenelementen. Wer eine natürliche Alternative zu herkömmlichen Mitteln sucht, sollte Kieselgur in seine Parasitenbekämpfung einbeziehen.
Wichtig ist, das Pulver richtig anzuwenden, regelmäßig zu wiederholen und es nicht in großen Mengen aufwirbeln zu lassen. Mit der richtigen Technik kann Kieselgur eine sanfte, aber wirksame Waffe gegen lästige Parasiten sein und gleichzeitig die Gesundheit von Haut und Fell unterstützen.
Zusammenfassung
Was ist Kieselgur und woraus besteht sie?
Kieselgur, auch bekannt als Diatomeenerde, ist ein feines, weißliches Pulver, das aus den fossilen Überresten von Kieselalgen (Diatomeen) besteht. Diese mikroskopisch kleinen Algen haben eine harte Schale aus Siliziumdioxid, die sich über Millionen von Jahren in Sedimentschichten abgelagert hat.
Wie wirkt Kieselgur gegen Parasiten bei Haustieren?
Kieselgur wirkt rein physikalisch: Die feinen, scharfkantigen Partikel beschädigen die schützende Wachsschicht von Parasiten wie Flöhen und Milben, wodurch diese austrocknen und sterben. Da dieser Mechanismus mechanisch ist, können Parasiten keine Resistenzen entwickeln.
Ist die Anwendung von Kieselgur für Hunde und Katzen sicher?
Ja, bei sachgemäßer Anwendung ist Kieselgur für Hunde und Katzen unbedenklich. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass weder Tier noch Mensch den feinen Staub einatmen, da dies die Atemwege reizen kann.
Wie wende ich Kieselgur bei meinem Haustier an?
Streuen Sie eine kleine Menge Kieselgur (ca. 1 Esslöffel pro 20 kg Körpergewicht) gleichmäßig auf das trockene Fell Ihres Tieres. Massieren Sie das Pulver sanft bis zur Haut ein und vermeiden Sie dabei Augen, Nase und Mund. Wiederholen Sie die Anwendung alle paar Tage, bis keine Anzeichen von Parasiten mehr vorhanden sind.
Kann Kieselgur auch im Haushalt zur Parasitenbekämpfung eingesetzt werden?
Ja, Kieselgur kann in der Umgebung Ihres Haustieres verwendet werden, um Parasiten zu bekämpfen. Streuen Sie das Pulver auf Schlafplätze, Teppiche und in Ritzen, lassen Sie es einige Stunden einwirken und saugen Sie es anschließend gründlich ab.
Welche Vorteile bietet Kieselgur neben der Parasitenbekämpfung?
Neben der effektiven Bekämpfung von Parasiten enthält Kieselgur wertvolle Mineralien wie Silizium, die die Gesundheit von Haut, Fell, Krallen und Bindegewebe unterstützen können.
Gibt es Nebenwirkungen bei der Verwendung von Kieselgur?
Bei äußerlicher Anwendung sind Nebenwirkungen selten. In einigen Fällen kann es zu trockener Haut kommen. Achten Sie darauf, das Einatmen des Staubs zu vermeiden, da dies Atemwegsreizungen verursachen kann.
Kann ich Kieselgur auch innerlich bei meinem Haustier anwenden?
Einige Tierhalter mischen kleine Mengen von lebensmittelechter Kieselgur unter das Futter, um die Aufnahme von Silizium zu fördern. Konsultieren Sie jedoch vor der innerlichen Anwendung stets einen Tierarzt, um die richtige Dosierung und Eignung für Ihr Tier sicherzustellen.
Wo kann ich qualitativ hochwertige Kieselgur für mein Haustier erwerben?
Hochwertige, für den Haustiergebrauch geeignete Kieselgur erhalten Sie in gut sortierten Tierfachgeschäften oder bei spezialisierten Online-Händlern. Achten Sie darauf, dass das Produkt für die Anwendung bei Tieren zugelassen ist.
Wie oft sollte ich Kieselgur zur Vorbeugung von Parasiten einsetzen?
Zur Vorbeugung kann es ausreichen, Kieselgur alle paar Wochen anzuwenden. Bei akutem Parasitenbefall empfiehlt es sich, die Behandlung alle 3 bis 4 Tage zu wiederholen, bis keine Anzeichen von Parasiten mehr vorhanden sind.