017631236863 caze@fresstipp.de

Nach einem RNA-Partikel-Impfstoff gegen Hundegrippe gibt es nun auch für Katzen in der Europäischen Union zugelassene Impfstoffe mit selbstamplifizierender RNA. Katzenbesitzer sollten deshalb vor der Impfung nach dem genauen Präparat fragen.

Was ist neu?

Im Jahr 2024 wurde in den USA mit Nobivac NXT Canine Flu H3N2 ein RNA-Partikel-Impfstoff gegen die Hundegrippe zugelassen. Inzwischen hat diese neue Impfstofftechnik auch die Katzenmedizin in Europa erreicht.

Bei bestimmten neuen Katzenimpfstoffen wird gegen das feline Leukämievirus, kurz FeLV, selbstamplifizierende RNA eingesetzt. Die Abkürzung dafür lautet SA‑RNA.

Wichtig: Das bedeutet nicht, dass jede Katzenimpfung oder jede Fünffachimpfung SA‑RNA enthält. Entscheidend ist immer der vollständige Name des tatsächlich verwendeten Impfstoffes.

Kurz gesagt:
SA‑RNA kann inzwischen Bestandteil einer Katzenimpfung sein. Ob sie enthalten ist, erkennt man nur am genauen Präparat.

Welche Katzenimpfstoffe enthalten SA‑RNA?

Die SA‑RNA-Technik wird bei den neuen Nobivac-NXT-Impfstoffen für die FeLV-Komponente verwendet. Sie kann sowohl in einer Mehrfachimpfung als auch in einer einzelnen FeLV-Impfung enthalten sein.

  • Nobivac NXT HCPChFeLV: Fünffachimpfung gegen Herpesvirus, Calicivirus, Panleukopenie, Chlamydien und FeLV. Die FeLV-Komponente basiert auf selbstamplifizierender RNA.
  • Nobivac NXT HCPFeLV: Vierfachimpfung ohne Chlamydien. Auch hier basiert die FeLV-Komponente auf selbstamplifizierender RNA.
  • Nobivac NXT FeLV: Einzelimpfung gegen FeLV auf Basis selbstamplifizierender RNA.

Die anderen Bestandteile der genannten Mehrfachimpfstoffe sind keine SA‑RNA-Komponenten. Außerdem enthält nicht jede FeLV-Impfung eines anderen Herstellers automatisch SA‑RNA.

Kurz gesagt:
Bei den genannten NXT-Präparaten steckt die SA‑RNA in der FeLV-Komponente. Deshalb reicht die Angabe „Fünffachimpfung“ allein nicht aus.

Was wissen wir über langfristige Auswirkungen?

Die Impfstoffe wurden im Rahmen des Zulassungsverfahrens geprüft. Da es sich jedoch um neue Präparate handelt, liegen naturgemäß noch keine über viele Jahre oder Jahrzehnte gesammelten Erfahrungen aus der breiten Anwendung bei Katzen vor.

Mögliche langfristige Auswirkungen können deshalb zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht anhand langjähriger Erfahrungswerte abschließend beurteilt werden. Daraus folgt weder automatisch, dass diese Impfstoffe gefährlich sind, noch dass mögliche langfristige Risiken bereits vollständig ausgeschlossen werden können.

Dieser Hinweis ist keine Empfehlung für oder gegen eine Impfung. Er soll Katzenbesitzern lediglich ermöglichen, sich vor der Impfung zu informieren und anschließend eine bewusste Entscheidung zu treffen.

Kurz gesagt:
Die Impfstoffe sind zugelassen und geprüft. Langjährige Erfahrungen aus der breiten Anwendung können bei einem neuen Präparat jedoch noch nicht vorhanden sein.

Diese Fragen können Katzenbesitzer stellen

Wer wissen möchte, welchen Impfstoff seine Katze erhalten soll, kann vor der Impfung beim Tierarzt nachfragen:

  • Wie lautet der vollständige Name des vorgesehenen Impfstoffes?
  • Welche einzelnen Impfkomponenten sind enthalten?
  • Enthält der Impfstoff selbstamplifizierende RNA?
  • Welche bekannten Nebenwirkungen und Gegenanzeigen gibt es?
  • Welche der enthaltenen Komponenten werden für meine Katze empfohlen?
  • Gibt es eine alternative Impfmöglichkeit ohne SA‑RNA?

Welches Präparat eine Tierarztpraxis verwendet oder aktuell beziehen kann, kann unterschiedlich sein. Deshalb ist die direkte Nachfrage beim behandelnden Tierarzt der einfachste Weg.

Kurz gesagt:
SA‑RNA kann inzwischen auch in einer Mehrfachimpfung für Katzen enthalten sein. Wer diese Impfstofftechnik nicht oder erst nach einer ausführlichen Beratung einsetzen lassen möchte, sollte vor der Impfung nach dem vollständigen Produktnamen und den enthaltenen Komponenten fragen.

Kann ich dir eine Frage beantworten?