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Fast jeder Katzenbesitzer kennt es: Die Katze würgt, der Bauch bewegt sich und kurz darauf liegt etwas auf dem Teppich. Manchmal ist es ein Haarballen. Manchmal kommt unverdautes Futter heraus. Ein anderes Mal sieht man nur weißen Schaum oder eine gelbliche Flüssigkeit.

Einmaliges Erbrechen muss nicht sofort eine schwere Erkrankung bedeuten. Wiederholt es sich jedoch, sollte man genauer hinsehen. Denn Erbrechen ist keine eigenständige Krankheit. Es ist ein Symptom und kann sehr unterschiedliche Ursachen haben.

Die entscheidenden Fragen lauten:

  • Was kommt heraus?
  • Wann passiert es?
  • Wie häufig kommt es vor?
  • Wie geht es der Katze anschließend?

Erbrechen oder Hochwürgen – das ist nicht dasselbe

Für den Besitzer sieht beides zunächst ähnlich aus. Für die Ursachensuche ist der Unterschied jedoch wichtig.

Beim echten Erbrechen wird der Katze häufig vorher übel. Sie speichelt möglicherweise, schluckt mehrfach, wird unruhig und beginnt zu würgen. Der Bauch arbeitet sichtbar mit. Anschließend werden Futter oder Flüssigkeit aus dem Magen herausgepresst.

Beim Hochwürgen, medizinisch Regurgitieren genannt, kommt das Futter häufig plötzlich und fast ohne Anstrengung wieder heraus. Die Katze zeigt vorher kaum Übelkeit und setzt die Bauchmuskulatur nicht deutlich ein.

Das Futter hat den Magen möglicherweise noch gar nicht erreicht und kommt aus der Speiseröhre zurück. Hochgewürgtes Futter ist deshalb oft nahezu unverdaut. Es kann sogar noch eine längliche Form besitzen, die der Form der Speiseröhre entspricht.

Ein Video des Vorgangs kann dem Tierarzt helfen, Erbrechen und Hochwürgen voneinander zu unterscheiden.

Kurz gesagt: 
Mit Übelkeit, Würgen und sichtbarer Bauchpresse spricht vieles für Erbrechen. Kommt das Futter plötzlich und fast ohne Anstrengung zurück, könnte es Hochwürgen sein.

Die Katze erbricht unverdautes Futter

Kommt das Futter kurz nach der Mahlzeit nahezu unverändert wieder heraus, hat die Katze möglicherweise zu schnell oder zu viel gefressen. Das passiert beispielsweise bei Futterneid oder wenn nur eine große Mahlzeit angeboten wird.

Es könnte sich aber auch um Hochwürgen aus der Speiseröhre handeln. Dabei kommen unter anderem Schluckprobleme, eine gereizte Speiseröhre, eine Verengung oder ein Fremdkörper infrage.

Der Zeitpunkt ist deshalb wichtig:

  • Kommt das Futter innerhalb weniger Minuten und fast ohne Anstrengung zurück, spricht mehr für Hochwürgen.
  • Passiert es später und arbeitet der Bauch deutlich mit, handelt es sich eher um Erbrechen.

Auch sehr große Futterstücke, eine ungewohnte Konsistenz oder hastiges Herunterschlingen könnten eine Rolle spielen.

Wiederholt sich das Problem, sollte man es nicht einfach mit einem Anti-Schling-Napf überdecken. Zunächst sollte geklärt werden, ob Magen, Speiseröhre, Maul oder Zähne beteiligt sein könnten.

Kurz gesagt:
Unverdautes Futter direkt nach der Mahlzeit könnte vom Schlingen kommen. Es kann aber auch auf ein Problem mit der Speiseröhre hinweisen.

Die Katze erbricht weißen Schaum

Weißer Schaum besteht meistens aus Speichel, Magensaft und Luft. Er entsteht häufig, wenn sich kaum noch Futter im Magen befindet.

Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die Katze lediglich Hunger hat oder „zu viel Magensäure“ produziert. Weißer Schaum könnte unter anderem bei Übelkeit, einer gereizten Magenschleimhaut, Haarballen, einem Fremdkörper oder verschiedenen Erkrankungen auftreten.

Erbricht die Katze einmal etwas weißen Schaum und verhält sich anschließend vollkommen normal, kann man sie zunächst aufmerksam beobachten.

Tritt das Erbrechen regelmäßig auf, frisst die Katze schlechter oder wirkt sie unruhig und abgeschlagen, sollte nach der Ursache gesucht werden.

Kurz gesagt:
Weißer Schaum kommt häufig aus einem leeren oder gereizten Magen. Die Farbe allein verrät jedoch noch nicht die Ursache.

Die Katze erbricht gelbe Flüssigkeit

Eine gelbe oder gelbgrüne Flüssigkeit enthält häufig Galle. Galle wird in der Leber gebildet und gelangt normalerweise in den Dünndarm. Beim Erbrechen kann sie zurück in den Magen laufen und anschließend mit herauskommen.

Das passiert beispielsweise, wenn die Katze mehrfach erbrochen hat und kaum noch Futter im Magen vorhanden ist.

Auch sehr lange Abstände zwischen den Mahlzeiten könnten eine Rolle spielen. Gelbes Erbrechen ist jedoch kein sicherer Beweis für einen sogenannten Nüchternmagen.

Es könnte ebenso mit einer Magen-Darm-Entzündung, einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse, der Leber oder einem anderen gesundheitlichen Problem zusammenhängen.

Wiederholt gelbes Erbrechen sollte deshalb nicht dauerhaft mit zusätzlichen Zwischenmahlzeiten verdeckt werden, ohne die Ursache zu prüfen.

Kurz gesagt:
Gelbliche Flüssigkeit enthält häufig Galle. Ein leerer Magen ist möglich, aber nicht die einzige Erklärung.

Die Katze erbricht einen Haarballen

Katzen verschlucken bei der Fellpflege Haare. Einzelne lose Haare können zusammen mit dem Kot ausgeschieden werden. Sammeln und verfilzen sie sich jedoch im Magen zu einem festen Haarballen, wird dieser häufig ausgewürgt.

Das Auswürgen kann in diesem Fall ein sinnvoller Schutzmechanismus sein. Denn gelangt ein größerer, kompakter Haarballen in den Darm, könnte er dort stecken bleiben und einen Darmverschluss verursachen.

Besonders problematisch wird es, wenn sich die Haare mit Fäden, Stofffasern, Pflanzenmaterial oder anderem unverdaulichem Inhalt verbinden.

Aufmerksam sollte man werden, wenn die Katze:

  • immer wieder erfolglos würgt,
  • nicht mehr frisst,
  • keinen Kot mehr absetzt,
  • Bauchschmerzen zeigt,
  • sich ungewöhnlich zurückzieht oder
  • zusätzlich mehrfach erbricht.

Regelmäßiges Bürsten kann die Menge der verschluckten Haare reduzieren. Das ist besonders während des Fellwechsels sinnvoll.

Das Ziel besteht nicht darin, einen bereits vorhandenen großen Haarballen mit Gewalt durch den Darm zu befördern. Besser ist es, die Bildung einer großen und festen Masse möglichst zu verhindern.

Kurz gesagt:
Lose Haare können mit dem Kot ausgeschieden werden. Ein fester Haarballen wird besser rechtzeitig ausgewürgt, bevor er in den Darm gelangt und dort möglicherweise einen Verschluss verursacht.

Die Katze würgt, aber es kommt nichts

Erfolgloses Würgen kann verschiedene Gründe haben. Möglicherweise sitzt ein Haarballen fest. Es könnte aber auch ein Fremdkörper im Rachen oder in der Speiseröhre stecken.

Manchmal wird Husten mit Würgen verwechselt. Katzen mit Atemwegsproblemen strecken häufig den Hals nach vorne, gehen in eine geduckte Haltung und machen würgende Bewegungen. Dabei kommt jedoch nichts aus dem Magen.

Zeigt die Katze Atemnot, atmet sie mit geöffnetem Maul oder verfärben sich Zunge und Schleimhäute bläulich, handelt es sich um einen akuten Notfall.

Ragt ein Faden aus dem Maul oder dem After, darf man nicht daran ziehen. Der Faden könnte sich im Verdauungstrakt festgesetzt haben und den Darm verletzen.

Kurz gesagt:
Würgen ohne Erbrechen könnte vom Magen, von einem Haarballen, einem Fremdkörper oder sogar von den Atemwegen kommen. Ein Video hilft bei der Abklärung.

Die Katze erbricht täglich

Katzen verbergen Beschwerden häufig lange. Ein scheinbar guter Allgemeinzustand schließt eine Erkrankung deshalb nicht aus.

Häufiges Erbrechen könnte beispielsweise zusammenhängen mit:

  • einer chronischen Magen-Darm-Entzündung,
  • einer ungeeigneten Fütterung,
  • einer Futtermittelreaktion,
  • Parasiten,
  • Haarballen,
  • einer Bauchspeicheldrüsenerkrankung,
  • Nieren- oder Leberproblemen,
  • einer Schilddrüsenüberfunktion,
  • einem Fremdkörper,
  • Verstopfung,
  • Medikamenten oder anderen chemischen Belastungen oder
  • einer tumorösen Erkrankung.

Auch wenn die Katze „schon immer öfter erbrochen hat“, wird das Symptom dadurch nicht normal. Es bedeutet lediglich, dass das Problem möglicherweise schon länger besteht.

Kurz gesagt:

Tägliches oder regelmäßig wiederkehrendes Erbrechen gehört abgeklärt. Gewohnheit ist keine Entwarnung.

Kann das Futter die Ursache sein?

Ja, auch das Futter könnte Erbrechen auslösen oder begünstigen. Dabei geht es nicht nur um eine einzelne Unverträglichkeit. Entscheidend ist die gesamte Zusammensetzung.

Die Katze ist ein konsequenter beziehungsweise obligater Fleischfresser. Ihre natürliche Nahrung besteht aus Beutetieren und damit überwiegend aus Muskelfleisch, Innereien und anderen tierischen Bestandteilen. Gleichzeitig liefert die Beute viel Flüssigkeit.

Ein katzengerechtes Futter sollte sich daran orientieren und aus Fresstipp-Sicht möglichst nah an etwa 99 Prozent Fleisch und tierischen Bestandteilen liegen. Damit ist nicht ausschließlich reines Muskelfleisch gemeint. Auch Innereien gehören zum Beutetier und liefern wichtige natürliche Nährstoffe.

Viele handelsübliche Katzenfutter sehen vollkommen anders aus. Sie enthalten nur wenig Fleisch, dafür jedoch größere Mengen Reis, Mais, Weizen, Kartoffeln, Erbsen oder andere pflanzliche Füllstoffe.

Hinzu kommen teilweise pflanzliche Proteine, Gluten, Kleber, Bindemittel, Zucker oder schwer verständliche Sammelbezeichnungen.

Auch „getreidefrei“ bedeutet nicht automatisch fleischreich. Wird Getreide lediglich durch Kartoffeln oder Hülsenfrüchte ersetzt, bleibt der Anteil pflanzlicher Kohlenhydrate möglicherweise weiterhin hoch.

Die Katze kann Kohlenhydrate zwar in einem gewissen Umfang verwerten. Das bedeutet jedoch nicht, dass Reis, Mais, Stärke oder pflanzliche Proteine die Grundlage ihrer Ernährung bilden sollten.

Die Fähigkeit, einen Stoff irgendwie zu verarbeiten, macht ihn noch lange nicht zur artgerechten Hauptnahrung.

Mögliche Zusammenhänge zwischen Futter und Erbrechen sind:

  • zu wenig Fleisch und tierische Bestandteile – aus Fresstipp-Sicht sollte der Anteil möglichst nahe an 99 Prozent liegen,
  • eine schwer verdauliche Zusammensetzung,
  • Trockenfutter oder insgesamt zu trockenes Futter,
  • große Mengen Reis, Mais, Weizen, Kartoffeln oder Erbsen,
  • pflanzliche Proteine oder Gluten, mit denen der Rohproteinwert angehoben wird,
  • pflanzliche Kleber, Bindemittel oder Geliermittel,
  • zu große Portionen,
  • hastiges Fressen,
  • abrupte Futterwechsel,
  • zu viele verschiedene Futtersorten,
  • zahlreiche Snacks und Ergänzungen gleichzeitig,
  • verdorbenes oder falsch gelagertes Futter oder
  • eine individuell unverträgliche Zutat.

Erbrechen allein beweist jedoch noch keine Futtermittelallergie. Dafür müssten der gesamte Verlauf, weitere Symptome und die bisherige Fütterung betrachtet werden.

Kurz gesagt:
Die Katze ist ein Fleischfresser. Ein trockenes und pflanzenreiches Futter passt nicht zu ihrer natürlichen Ernährung und könnte Verdauung und Flüssigkeitshaushalt belasten.

Die Katze ist darauf ausgelegt, Flüssigkeit zu fressen

Die Vorfahren unserer Hauskatzen stammen aus trockenen Lebensräumen. Katzen besitzen deshalb von Natur aus ein vergleichsweise schwach ausgeprägtes Durstgefühl. Sie sind darauf eingestellt, einen großen Teil ihrer benötigten Flüssigkeit über ihre Beutetiere und damit über die Nahrung aufzunehmen.

Ein Beutetier enthält ungefähr 65 bis 75 Prozent Feuchtigkeit. Hochwertiges Nassfutter liegt in einem ähnlichen Bereich. Trockenfutter enthält dagegen häufig nur etwa 8 bis 10 Prozent Wasser.

Im direkten Vergleich können dem Trockenfutter somit rund 55 bis 65 Prozentpunkte Feuchtigkeit fehlen.

Diesen Unterschied gleichen Katzen durch zusätzliches Trinken häufig nicht vollständig aus. Der Körper versucht dann, möglichst wenig Wasser zu verlieren.

Die Nieren holen dafür einen größeren Teil des Wassers aus dem sogenannten Vorharn zurück in den Körper, bevor der endgültige Urin ausgeschieden wird. Dadurch entsteht eine kleinere Menge stärker konzentrierten Urins.

Umgangssprachlich könnte man sagen, dass die Katze ihren Urin „eindickt“. Medizinisch korrekt wird jedoch nicht der fertige Urin zurückgeführt. Vielmehr wird während der Urinbildung möglichst viel Wasser zurückgewonnen.

Eine hohe Urinkonzentration ist zunächst ein natürlicher Wassersparmechanismus. Muss der Katzenkörper diesen Mechanismus aufgrund einer dauerhaft trockenen Fütterung immer wieder stark nutzen, entspricht das jedoch nicht der natürlichen Aufnahme von Flüssigkeit über die Beute.

Deshalb ist eine feuchtigkeitsreiche Ernährung für Katzen grundsätzlich die passendere Grundlage.

Kurz gesagt:
Beute und Nassfutter liefern ungefähr 65 bis 75 Prozent Feuchtigkeit, Trockenfutter häufig nur 8 bis 10 Prozent. Die Katze trinkt die fehlende Menge nicht immer vollständig nach. Ihre Nieren sparen dann Wasser ein und bilden stärker konzentrierten Urin.

Nicht jedes Erbrechen beginnt im Magen

Die Ursache muss nicht direkt im Magen liegen. Auch andere Organe beeinflussen den Verdauungstrakt.

Bei Nierenproblemen können Stoffwechselprodukte im Blut ansteigen und Übelkeit verursachen. Erkrankungen der Leber oder Bauchspeicheldrüse könnten ebenfalls mit Erbrechen einhergehen.

Eine Schilddrüsenüberfunktion kann bei älteren Katzen unter anderem zu gesteigertem Appetit, Gewichtsverlust, Unruhe, Durchfall oder Erbrechen führen.

Deshalb reicht es bei länger anhaltendem Erbrechen nicht aus, ausschließlich das Futter zu wechseln. Gerade bei einer älteren Katze könnten Blutwerte, Urin, Schilddrüse und gegebenenfalls ein Ultraschall wichtige Hinweise liefern.

Auch Medikamente, Antibiotika, Cortison, Schmerzmittel, Wurmkuren, Spot-ons oder andere chemische Gaben sollten in die Anamnese aufgenommen werden.

Entscheidend ist nicht nur, was die Katze gestern bekommen hat. Sinnvoll ist ein Rückblick über die vergangenen sechs bis zwölf Monate.

Kurz gesagt:
Erbrechen kann vom Magen kommen – muss es aber nicht. Auch Nieren, Leber, Bauchspeicheldrüse, Schilddrüse oder chemische Gaben könnten beteiligt sein.

Was der Besitzer beobachten sollte

Je genauer der Ablauf beschrieben wird, desto leichter lässt sich die Ursache eingrenzen.

Folgende Punkte sind wichtig:

  • Wann erbricht die Katze?
  • Passiert es vor oder nach dem Fressen?
  • Wie viel Zeit liegt zwischen Mahlzeit und Erbrechen?
  • Würgt die Katze und arbeitet der Bauch sichtbar mit?
  • Kommt das Futter ohne Vorwarnung heraus?
  • Ist das Futter unverdaut oder bereits breiig?
  • Sind Haare, Schaum, gelbe Flüssigkeit oder Blut enthalten?
  • Wie oft passiert es?
  • Trinkt die Katze mehr oder weniger als sonst?
  • Setzt sie normal Kot und Urin ab?
  • Hat sie abgenommen?
  • Frisst sie weiterhin?
  • Wirkt sie fit oder zieht sie sich zurück?
  • Welche Medikamente oder chemischen Mittel hat sie erhalten?
  • Gab es einen Futterwechsel oder ein neues Ergänzungsprodukt?

Ein Foto des Erbrochenen und ein Video des Vorgangs können unangenehm wirken, sind für die Beurteilung aber sehr hilfreich.

Kurz gesagt:
Zeitpunkt, Inhalt und Ablauf liefern wichtige Hinweise. Ein Foto oder Video kann die spätere Abklärung deutlich erleichtern.

Was kann man zunächst zu Hause tun?

Hat die Katze nur einmal erbrochen, ist danach munter und behält Wasser bei sich, kann man sie zunächst aufmerksam beobachten.

Frisches Wasser sollte immer zur Verfügung stehen. Anschließend können kleine Portionen eines vertrauten und hochwertigen Nassfutters angeboten werden.

Mehrere kleine Mahlzeiten belasten den Magen häufig weniger als eine große Portion.

Bei akutem Erbrechen sollte man jedoch nicht gleichzeitig das Futter, mehrere Ergänzungen und sämtliche Fütterungszeiten verändern. Sonst lässt sich kaum erkennen, was geholfen oder den Magen zusätzlich gereizt hat.

Frisst die Katze momentan ausschließlich Trockenfutter, sollte dieses langfristig aus dem Futterplan herausgenommen werden. Es ist sehr trocken und enthält häufig große Mengen Stärke oder pflanzliche Bestandteile, die nicht zur natürlichen Ernährung eines Fleischfressers passen.

Das Trockenfutter darf jedoch nicht von heute auf morgen ersatzlos gestrichen werden, wenn die Katze anschließend überhaupt nichts mehr frisst.

Katzen sollten nicht eigenmächtig über längere Zeit fasten. Besonders bei übergewichtigen Katzen besteht bei längerem Nahrungsmangel das Risiko einer gefährlichen Fettleber.

Frisst die Katze gar nicht mehr oder erbricht sie auch Wasser und kleinste Futtermengen, gehört sie zum Tierarzt.

Humanmedikamente dürfen nicht ohne tierärztliche Rücksprache gegeben werden. Viele Wirkstoffe, die Menschen vertragen, können für Katzen gefährlich sein.

Futterprägung statt schneller Futterumstellung

Viele Katzen sind stark auf den Geruch, die Konsistenz und die Form ihres bisherigen Futters geprägt.

Eine Katze, die ausschließlich Trockenfutter kennt, erkennt ein hochwertiges Nassfutter möglicherweise zunächst gar nicht als Nahrung. Das wird häufig vorschnell als Mäkeligkeit oder Sturheit bezeichnet.

Deshalb sprechen wir bei Katzen nicht einfach von einer schnellen Futterumstellung, sondern von einer Futterprägung.

Die Katze wird langsam und ohne Zwang an das neue Futter herangeführt. Das kann mehrere Wochen oder sogar drei bis sechs Monate dauern.

Dabei gilt:

  • Die Katze darf nicht durch Hunger zum Nassfutter gezwungen werden.
  • Das neue Futter wird zunächst nur in sehr kleinen Mengen angeboten.
  • Geruch, Konsistenz und Temperatur werden langsam angepasst.
  • Die gewohnte Nahrung wird schrittweise reduziert.
  • Es sollte nicht täglich eine andere Futtersorte ausprobiert werden.
  • Ein flacher Teller kann angenehmer sein als ein tiefer Napf.
  • Entscheidend sind Geduld und Konsequenz – nicht die Geschwindigkeit.

Das langfristige Ziel ist eine hochwertige, fleischreiche und feuchtigkeitsreiche Nassfütterung, die zur natürlichen Ernährung der Katze passt.

Wer bei der Futterprägung Unterstützung benötigt, kann mich gerne über Fresstipp anschreiben. Gemeinsam schauen wir, wie die Katze bisher gefüttert wurde und wie sie behutsam an ein hochwertiges Nassfutter herangeführt werden könnte.

Kurz gesagt:
Trockenfutter sollte langfristig aus dem Napf verschwinden. Eine darauf geprägte Katze darf aber nicht durch Hunger zum Nassfutter gezwungen werden.

Wann muss die Katze zum Tierarzt?

Eine zeitnahe Untersuchung ist sinnvoll, wenn das Erbrechen wiederkehrt oder die Ursache unklar bleibt.

Schnell beziehungsweise sofort sollte die Katze vorgestellt werden, wenn:

  • sie mehrfach am Tag erbricht,
  • sie Wasser nicht bei sich behalten kann,
  • Blut oder kaffeesatzartiges Material im Erbrochenen liegt,
  • sie erfolglos und wiederholt würgt,
  • sie nicht mehr frisst,
  • sie sehr matt oder schwach wirkt,
  • sie Bauchschmerzen oder einen aufgeblähten Bauch hat,
  • kein Kot mehr kommt,
  • ein Fremdkörper oder Gift infrage kommt,
  • ein Faden aus dem Maul oder After ragt,
  • sie deutlich abnimmt,
  • sie Atemprobleme zeigt oder
  • es sich um ein Kitten, eine sehr alte Katze oder eine Katze mit Vorerkrankungen handelt.

Starkes Erbrechen kann zu Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten führen. Kleine, alte und bereits erkrankte Katzen können dadurch schneller geschwächt werden.

Kurz gesagt:
Mehrfaches Erbrechen, Blut, Schmerzen, Futterverweigerung, Atemnot oder ein möglicher Fremdkörper gehören nicht in die Beobachtungsschleife.

Fazit

Erbrechen sieht bei Katzen nicht immer gleich aus. Unverdautes Futter, weißer Schaum, gelbe Flüssigkeit und Haarballen können erste Hinweise geben. Sie liefern allein aber noch keine Diagnose.

Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen echtem Erbrechen und Hochwürgen. Ebenso entscheidend sind die Häufigkeit, der Zeitpunkt und der Allgemeinzustand der Katze.

Einmaliges Erbrechen kann harmlos sein. Tägliches, starkes oder mit weiteren Beschwerden verbundenes Erbrechen ist dagegen keine normale Katzenmarotte.

Auch das Futter gehört auf den Prüfstand. Eine Katze ist ein Fleischfresser und darauf eingestellt, einen großen Teil ihrer Flüssigkeit über die Nahrung aufzunehmen. Trockenfutter mit wenig Feuchtigkeit und hohen pflanzlichen Anteilen steht diesem natürlichen Ernährungssystem entgegen.

Nicht nur wegwischen. Hinschauen, beobachten und die Ursache suchen.

Kurz gesagt:
Was herauskommt, wann es passiert und wie es der Katze danach geht, entscheidet darüber, ob Beobachten ausreicht oder eine Untersuchung notwendig ist.

Häufige Fragen zum Erbrechen bei Katzen

1. Wie oft darf eine Katze erbrechen?

Eine Katze kann gelegentlich einmal erbrechen, ohne dass sofort eine Erkrankung dahinterstecken muss. Regelmäßiges, wöchentliches oder sogar tägliches Erbrechen sollte jedoch nicht als normales Katzenverhalten betrachtet werden.

Entscheidend ist außerdem, wie es der Katze anschließend geht. Frisst sie normal, bleibt sie munter und war es ein einmaliges Ereignis, kann man sie zunächst beobachten. Wiederholt sich das Erbrechen oder kommen weitere Beschwerden hinzu, sollte die Ursache untersucht werden.

2. Warum erbricht die Katze direkt nach dem Fressen?

Kommt das Futter kurz nach der Mahlzeit wieder heraus, könnte die Katze zu schnell oder zu viel gefressen haben. Auch Futterneid, zu große Portionen oder eine ungewohnte Konsistenz könnten eine Rolle spielen.

Kommt das Futter nahezu unverdaut und ohne sichtbare Bauchpresse heraus, könnte es sich um Hochwürgen aus der Speiseröhre handeln. Wiederholt sich das, sollte nicht nur das Fressverhalten, sondern auch Maul, Zähne und Speiseröhre betrachtet werden.

3. Warum erbricht die Katze unverdautes Futter?

Unverdautes Futter hat sich vermutlich noch nicht lange im Magen befunden oder ist bereits aus der Speiseröhre zurückgekommen.

Mögliche Ursachen sind hastiges Fressen, eine zu große Mahlzeit, Probleme beim Schlucken, eine gereizte Speiseröhre oder ein Fremdkörper. Der Zeitpunkt und der genaue Ablauf liefern wichtige Hinweise.

4. Was bedeutet weißer Schaum beim Erbrechen?

Weißer Schaum besteht häufig aus Speichel, Magensaft und Luft. Er kann auftreten, wenn der Magen leer oder gereizt ist.

Weißer Schaum ist jedoch keine eigene Diagnose. Übelkeit, eine gereizte Magenschleimhaut, Haarballen, ein Fremdkörper oder andere Erkrankungen könnten ebenfalls dahinterstecken.

5. Warum erbricht die Katze gelbe Flüssigkeit?

Gelbe oder gelbgrüne Flüssigkeit enthält häufig Galle. Sie kann auftreten, wenn die Katze bereits mehrfach erbrochen hat und sich kaum noch Futter im Magen befindet.

Auch lange Pausen zwischen den Mahlzeiten könnten eine Rolle spielen. Wiederholtes gelbes Erbrechen kann aber ebenso mit Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, der Leber oder der Bauchspeicheldrüse zusammenhängen und sollte deshalb nicht dauerhaft als harmloser Nüchternmagen abgetan werden.

6. Ist es normal, dass Katzen Haarballen erbrechen?

Katzen verschlucken bei der Fellpflege Haare. Lose Haare können mit dem Kot ausgeschieden werden. Verfilzen sie sich im Magen zu einem festen Haarballen, kann die Katze diesen auswürgen.

Das Auswürgen kann verhindern, dass ein größerer Haarballen in den Darm gelangt. Häufiges erfolgloses Würgen, fehlender Kotabsatz, Futterverweigerung oder Bauchschmerzen könnten jedoch auf einen festsitzenden Haarballen oder einen Darmverschluss hinweisen.

7. Was bedeutet es, wenn die Katze würgt, aber nichts herauskommt?

Erfolgloses Würgen könnte durch einen Haarballen, einen Fremdkörper, Übelkeit oder ein Problem mit der Speiseröhre ausgelöst werden. Manchmal wird auch Husten mit Würgen verwechselt.

Würgt die Katze mehrfach hintereinander, bekommt sie schlecht Luft, frisst sie nicht mehr oder wirkt sie schwach, sollte sie schnell untersucht werden.

8. Was darf die Katze nach dem Erbrechen fressen?

Hat die Katze nur einmal erbrochen und ist anschließend wieder munter, können zunächst kleine Portionen ihres vertrauten, hochwertigen Nassfutters angeboten werden.

Mehrere kleine Mahlzeiten könnten für den Magen angenehmer sein als eine große Portion. Jetzt sollten nicht gleichzeitig mehrere Futtersorten und Ergänzungen ausprobiert werden.

Frisst die Katze gar nicht mehr oder erbricht sie auch kleinste Futtermengen und Wasser, sollte sie zum Tierarzt. Katzen dürfen nicht über längere Zeit durch Hunger zu einer Futteraufnahme oder Futterumstellung gezwungen werden.

9. Kann Trockenfutter Erbrechen bei Katzen begünstigen?

Trockenfutter muss nicht in jedem Fall die alleinige Ursache des Erbrechens sein. Seine geringe Feuchtigkeit und die häufig hohen Anteile an Stärke, Reis, Mais, Kartoffeln, Erbsen, pflanzlichen Proteinen oder Bindemitteln entsprechen jedoch nicht der natürlichen Ernährung eines konsequenten Fleischfressers.

Eine schwer verdauliche und sehr trockene Zusammensetzung könnte den Organismus zusätzlich belasten. Deshalb sollte die gesamte Fütterung überprüft und die Katze langfristig an ein hochwertiges, fleischreiches Nassfutter herangeführt werden.

10. Wann wird Erbrechen bei der Katze zum Notfall?

Dringend ist es, wenn die Katze:

  • mehrfach innerhalb kurzer Zeit erbricht,
  • Wasser nicht bei sich behalten kann,
  • Blut oder kaffeesatzartiges Material erbricht,
  • immer wieder erfolglos würgt,
  • nicht mehr frisst,
  • keinen Kot mehr absetzt,
  • einen aufgeblähten oder schmerzhaften Bauch hat,
  • sehr schwach oder teilnahmslos wirkt,
  • möglicherweise einen Fremdkörper oder Gift aufgenommen hat oder
  • Atemprobleme zeigt.

Bei Kitten, sehr alten Katzen und Tieren mit Vorerkrankungen sollte grundsätzlich früher reagiert werden.

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