Eine Futterumstellung ist manchmal notwendig, manchmal einfach eine bewusste Entscheidung. Häufige Gründe sind: Verdauungsprobleme, Unverträglichkeiten, Gewichtsmanagement, Alter (Welpe/Senior) oder der Wunsch nach einer artgerechteren, transparenter deklarierten Ernährung.
Damit der Körper nicht überrumpelt wird, sollte die Umstellung fast immer schrittweise erfolgen.
Das gilt besonders für sensible Hunde oder Tiere, die bereits durch Medikamente, Wurmkuren, Spot-ons oder Impfungen belastet sind.
Wichtig: Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Bei starkem Durchfall, Blut im Kot,
wiederholtem Erbrechen, deutlicher Schwäche, Fieber oder Bauchschmerzen: bitte zeitnah abklären lassen.
Ziel einer guten Umstellung ist nicht „Perfektion“, sondern Stabilität, Verträglichkeit und klare Beobachtung.
Inhaltsverzeichnis
- Warum ist eine Futterumstellung sinnvoll?
- Was passiert im Verdauungssystem bei einer Umstellung?
- Die Grundregel: langsam, planbar, beobachtbar
- Umstellung: B.A.R.F. → Nassfutter
- Umstellung: B.A.R.F. → Trockenfutter (kritisch betrachten)
- Umstellung: Trockenfutter → Nassfutter
- Wie lange dauert eine Futterumstellung wirklich?
- Typische Reaktionen & was sie bedeuten können
- Futterumstellung bei bestimmten Problemen (Überblick)
- Fazit
- Lies auch
- FAQ
Warum ist eine Futterumstellung sinnvoll?
Eine Futterumstellung kann aus verschiedenen Gründen sinnvoll sein: weil eine Erkrankung vorliegt, weil sich der Gesundheitszustand verändert, weil du die Zutatenqualität verbessern willst oder weil du nach einer Phase von Belastungen (z. B. Medikamente, Wurmkur, Spot-on, Narkose) den Verdauungstrakt neu stabilisieren möchtest. Viele Hunde verkraften Umstellungen gut – robuste Hunde oft schneller, sensible Hunde eher mit vorübergehenden Verdauungsreaktionen.
Merksatz: Umstellung ist kein „Schalter“, sondern ein Prozess. Der Körper braucht Zeit, um Enzyme, Darmflora und Stoffwechselwege neu zu justieren.
Was passiert im Verdauungssystem bei einer Umstellung?
Das Verdauungssystem passt sich an das gewohnte Futter an. Das betrifft nicht nur Magen und Darm, sondern auch Organe wie Bauchspeicheldrüse (Enzymproduktion), Leber (Verstoffwechselung) und Nieren (Wasser- und Ausscheidungshaushalt). Wenn du die Zusammensetzung stark veränderst (Fettgehalt, Proteinquelle, Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Feuchtigkeit), braucht der Körper Zeit, um sich anzupassen. Eine schrittweise Umstellung hilft, weil der Organismus dabei „mitlernen“ kann – statt in kurzer Zeit auf einmal etwas völlig anderes verarbeiten zu müssen.
Die Grundregel: langsam, planbar, beobachtbar
Eine gute Futterumstellung hat drei Eigenschaften: langsam, planbar und beobachtbar. Du veränderst nicht alles gleichzeitig, sondern Schritt für Schritt. Entscheidend ist weniger ein fixer Kalender, sondern das, was du am Hund siehst: Kotbild, Appetit, Unruhe, Juckreiz, Blähungen, Erbrechen.
Mein Praxis-Grundsatz: Weniger Zutaten – mehr Klarheit. Gerade bei Hunden mit Vorgeschichte ist es oft sinnvoll, anfangs mit möglichst wenigen Bestandteilen zu starten und erst später zu erweitern.
Umstellung: B.A.R.F. → Nassfutter
B.A.R.F. und Nassfutter haben eine wichtige Gemeinsamkeit: hohe Feuchtigkeit. Deshalb ist diese Umstellung meist einfacher als der Wechsel auf Trockenfutter. Achte bei der Auswahl darauf, dass das Nassfutter offen deklariert ist (alle Zutaten vollständig aufgeführt) und keine unnötigen Zusätze enthält. Wenn der Hund sensibel ist, starte mit einer einfachen Rezeptur (wenige Zutaten, klar erkennbare Proteinquelle). Treten Blähungen oder weicher Kot auf, ist das nicht automatisch „schlimm“ – oft ist es ein Zeichen, dass die Umstellung schneller läuft als der Darm gerade möchte.
Umstellung: B.A.R.F. → Trockenfutter (kritisch betrachten)
Diese Umstellung ist in der Praxis häufig anspruchsvoller. Der größte Unterschied ist die Feuchtigkeit: Während B.A.R.F. und Nassfutter grob im Bereich von „viel Wasser“ liegen, hat Trockenfutter im Schnitt deutlich weniger. Das kann den Verdauungstrakt und den Wasserhaushalt stärker fordern – je nach Hund sehr deutlich. Wenn Trockenfutter, dann so hochwertig wie möglich, transparent deklariert, mit möglichst hohem Anteil tierischer Bestandteile und ohne unnötige Füllstoffe. Viele klassische Trockenfutter sind zudem stark verarbeitet; das muss nicht bei jedem Hund sofort auffallen, kann aber bei empfindlichen Tieren Verdauung, Haut oder allgemeine Belastung verstärken.
Schonender Ablauf (bei zwei Mahlzeiten täglich): Ersetze zuerst eine Mahlzeit durch das neue Futter und lasse die zweite noch wie gewohnt. Nach einigen Tagen (je nach Kotbild) wird auch die zweite Mahlzeit umgestellt. Manche Hunde profitieren dabei davon, wenn das Futter mit lauwarmem Wasser eingeweicht wird, weil es die Aufnahme erleichtern und die Magenpassage beeinflussen kann.
Hinweis: Wenn ein Hund wiederholt einige Stunden nach dem Fressen erbricht und das Futter kaum verändert aussieht, ist das ein ernstzunehmendes Signal: bitte nicht „wegwischen“, sondern Ursachen (Fütterungsmenge, Fütterungstempo, Futterart, Magenempfindlichkeit, Stress) sauber prüfen und ggf. tierärztlich abklären lassen. Beobachtung ist Pflicht: Gerade bei B.A.R.F. → Trocken kann es zu Verstopfung oder sehr festem Kot kommen; dann ist das Tempo meist zu hoch oder die Feuchtigkeit/Struktur passt (noch) nicht zum Hund.
ANMERKUNG ZU TROCKENFUTTER
Trockenfutter – warum es für den Hund problematisch ist
Die kompakte, feste Masse von Trockenfutter entsteht nicht zufällig. Damit Trockenfutter seine Form behält, sind stärkehaltige Bindemittel und „Kleber“ notwendig. Diese sorgen dafür, dass die einzelnen Bestandteile im Extruderprozess unter Hitze und Druck miteinander verbunden werden und das Futter stabil bleibt.
Diese Bindung ist technologisch erforderlich, hat jedoch physiologische Folgen. Die eingesetzten Stärkeverbindungen und Kleber führen dazu, dass das Futter im Verdauungstrakt nicht locker zerfällt, sondern als dichte, zusammenhängende Masse vorliegt. Diese Masse bleibt formstabil, löst sich nur unzureichend auf und wird entsprechend langsam weitertransportiert.
Für den Magen eines Fleischfressers bedeutet diese kompakte, stärkegebundene Masse zusätzliche Arbeit. Die Magensäure des Hundes ist darauf ausgelegt, tierisches Gewebe schnell aufzuschlüsseln, nicht jedoch industriell gebundene Stärke- und Kleberstrukturen. Durch die permanente Fütterung von stärkehaltigem Trockenfutter passt sich das Verdauungsmilieu an, die Magensäure wird weniger aggressiv und fährt in ihrer Intensität herunter. Dadurch verbleibt diese kompakte Masse länger im Magen, ohne vollständig verarbeitet zu werden.
Dass Trockenfutter dennoch „funktioniert“, liegt nicht an seiner biologischen Eignung, sondern daran, dass der Hund in der Lage ist, diese Belastung über lange Zeit zu kompensieren.
Vorteile für den Mensch
- lange Haltbarkeit
- Lagerung ist ohne Kühlung möglich
- platzsparend
- keine Veränderung im Napf
- einfach zu dosieren
- in der Regel gute Akzeptanz durch Zusatzstoffe
Nachteile für das Tier
- hoher Anteil an Kohlehydraten, meist durch den Zusatz von Getreide
- niederiger Fleischanteil (Trockenmasse 80% ergibt nur noch ca. 20% in der Feuchtmasse)
- weiterhin Verwendung von Fleisch-, Knochen- und Kadavermehlen, sowie Federn, Krallen, Haut und Eingeweiden …
- stark Verarbeitet (Extruder), dadurch Nährstoffverlust der zum Einsatz von künstlichen Zusatzstoffen (systhetisch) führt
- durch die geringe Feuchtigkeit (durchschnittlich 10%) werden die Nieren, die Wasser brauchen, „unterversorgt“ und stark beansprucht
- der Wassermangel kann die Knorpelversorgung und somit die Gelenksfunktion beeinflussen – Arthrose!
Umstellung: Trockenfutter → Nassfutter
Viele Hunde nehmen Nassfutter gern an – trotzdem sollte der Wechsel stufenweise erfolgen, weil sich Konsistenz, Feuchtigkeit und Nährstoffverteilung deutlich unterscheiden. Besonders Hunde, die lange Trockenfutter hatten, sind an bestimmte Aromaprofile und Texturen gewöhnt; das ist kein „Stellen“, das ist Konditionierung. In der Umstellungsphase ist es oft sinnvoll, das neue Nassfutter zunächst „darmfreundlich“ einzuführen, z. B. mit einer sehr einfachen, gut verträglichen Begleitung (bei manchen Hunden eignet sich ein milder Brei-Anteil, wenn der Darm sehr empfindlich reagiert). Die „richtige Geschwindigkeit“ erkennst du am Kot.
Zu viele Wechsel in kurzer Zeit (mal Dose, mal Trocken, mal gekocht) führt häufig nicht zu Klarheit, sondern zu einem Verdauungssystem, das permanent „hinterherläuft“. Wer ernsthaft umstellen will, braucht Ruhe und einen Plan.
Wie lange dauert eine Futterumstellung wirklich?
Pauschal „10 Tage“ ist als grobe Orientierung okay – aber in der Praxis hängt es stark ab von Alter, Konstitution, Vorgeschichte, Belastungen, Darmflora-Stabilität und davon, wie groß der Unterschied zwischen altem und neuem Futter ist.
- Robuster, gesunder Hund: oft 7–14 Tage.
- Sensibler Hund / Vorgeschichte: eher 3–6 Wochen.
- Chronische Themen / lange Belastungsphasen: Anpassung kann deutlich länger dauern, weil der Körper erst Stabilität aufbauen muss.
Wichtig: Es gibt eine „oberflächliche“ Umstellung (Futter wird akzeptiert, Kot stabilisiert sich) und eine „tiefergehende“ Anpassung (Darmflora, Stoffwechsel, Haut/Ohren etc.). Das ist normal.
Typische Reaktionen & was sie bedeuten können
Wenn die Umstellung zu schnell erfolgt, sind vorübergehende Reaktionen möglich: weicher Kot, Blähungen, leichte Unregelmäßigkeiten, manchmal auch Appetitdellen. Das ist nicht automatisch „Krankheit“, sondern häufig ein Zeichen: Tempo rausnehmen. Bitte ernst nehmen und abklären lassen, wenn wässriger Durchfall länger anhält, Blut im Kot ist, der Hund wiederholt erbricht, starke Bauchschmerzen zeigt, deutlich abbaut oder apathisch wirkt.
Manchmal zeigen Hunde in Umstellungsphasen auch Hautreaktionen oder vermehrtes Kratzen. Das kann unterschiedliche Ursachen haben (Futterbestandteile, Umweltfaktoren, Stress, Belastungen). Genau deshalb ist „weniger Zutaten“ am Anfang oft die beste Strategie: du erkennst Muster schneller.
Dauer der Futterumstellung beim Hund
Der Zeitraum für eine Futterumstellung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hier ein paar Beispiele:
- Alter des Hundes
- Wie lange hat der Hund das „alte“ Futter bekommen?
- Ist der Hund eher robust oder sensibel?
- Ist der Hund gesund oder wird das Futter aufgrund einer Krankheit umgestellt?
- Hat der Hund schon eine Darmdyspiose?
- Leidet der Hund unter einem Leaky Gut (Durchlässiger Darm)?
- Hat der Hund einen akuten Parasitenbefall?
- Wurde der Hund gerade geimpft?
- Bekommt der Hund Medikamente?
- …
diese und noch weitere Faktoren können eine Rolle bei der Futterumstellung spielen. Daher lässt sich ein genauer Zeitraum nicht festlegen. Der eine Organismus braucht nur wenige Tage sich auf ein neues Futter einzustellen, der andere Wochen oder gar Monate.
Generell sollte der Besitzer dem Tier genügend Zeit geben, sich an ein anderes Futter zu gewöhnen. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Die Umstellung beinhaltet immer eine oberflächliche und dann eine tiefgreifende Umstellung des Organismus. Der eine Organismus schafft dieses in einem Monat ein anderer braucht nahezu ein Jahr, je nach Substanz.
Was ich auch schon erlebt habe und davon rate ich dringend ab, sämtliche Futtermittel wild durcheinander zu geben und das über einen kurzen Zeitraum. Viele Hundebesitzer erzählen mir immer das sie schon verschiedenste Sorten probiert haben. Da geht es von Trocken- über Nassfutter, beides kombiniert bis zum selbst kochen. Das ist alles nicht das Problem, das größte Problem ist hier die Geschwindigkeit in der gewechselt wird.
Wenn Sie ersthaft an eine Futterumstellung denken, nehmen Sie meine Artikel Deklaration zur Hilfe, um sich zwischen den verschiedenen Futtermitteln zu entscheiden. Haben Sie das für Sie passende Futter gefunden, geben Sie Ihrem Tier Zeit. Was Sie unbedingt vermeiden sollten sind kostenlose Warenproben an Ihrem Tier zu testen, gerade dann wenn es schon Probleme gibt. Mein Rat ist immer: weniger ist mehr.
Beginnen Sie mit so wenig Zutaten wie möglich und das mindestens für den ersten Monat. Danach fügen Sie eine neue Zutat hinzu. Sollte Ihr Tier auf die Zutat reagieren, entfernen Sie diese wieder aus dem Speiseplan. So gehen Sie Schritt für Schritt vor.
Nebenwirkungen und Symptome einer Futterumstellung
Wenn das neue Futter zu schnell umgestellt wird – von jetzt auf gleich – kann es bei sensiblen Hunden zu Durchfall, weichem Kot, Verstopfung oder auch Appetitverlust kommen. Gerade deshalb sollte auf eine radikale Umstellung verzichtet werden, da solche abrupten Futterwechsel, wenn überhaupt, nur für sehr robuste Hunde geeignet ist.
Jede Futterumstellung bringt einen großen Umbau für den Organismus mit sich und braucht dementsprechend Zeit. Ständige und übereilte Futterwechsel können zu noch größeren Problemen führen.
Selbst bei einer stufenweisen und schonenden Umstellung kann es Anfangs zu „Nebenwirkungen“ kommen. Allerdings sind in der Regel Blähungen, breiiger Kot, ggf. Durchfall und leichte Verstopfung aber nur vorübergehend und verschwinden innerhalb weniger Tage von selbst.
Einige Symptome können aber auch auf eine Entgiftung hinweisen. Wenn sich der Hund kratzt oder Blut im Kot hat, ist das ein Zeichen für die Ausscheidung von Schadstoffen. Diese Symptome treten häufig dann auf, wenn vorher ein minderwertiges Futter mit chemischen Zusätzen gefüttert wurde. In der Phase der Futterumstellung und der dazugehörigen Entgiftungsphase kann der Hund schlapp oder unruhig sein. Diese Symptome sollten jedoch nach einigen Tagen wieder abklingen.
Auch wenn aller Anfang schwer ist und anfängliche Nebenwirkungen mit sich bringen, sollte man sich immer die langfristigen Vorteile der Umstellung auf hochwertiges Hundefutter vor Augen führen:
- das glänzende Fell
- der Hund ist aktiver und fit
- kein Mundgeruch
- besserer Kot
- Der Vierbeiner hat ein optimales Gewicht
Futterumstellung auf ein gesundes Hundefutter
Lassen Sie es langsam angehen, Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Eine schonende Umstellung von ca. 10 Tagen und die damit langsame Gewöhnung an das neue Futter, ist für Ihren Vierbeiner auf jeden Fall besser. So hat auch das Verdauungssystem des Hundes die Chance, sich auf das neue Futter einzustellen.
Da sensible oder ältere Hunde einen längeren Zeitraum für die Futterumstellung brauchen, kann dieser auf sechs Wochen ausgedehnt werden. Wenn Sie einen Senior übernehmen der jahrelang mit minderwertigem Futter ernährt worden ist, braucht der Magen-Darm-Trakt entsprechend länger Zeit um sich auf das neue hochwertige Futter einzustellen.
Aber selbst bei sensiblen oder mäkeligen Hunden hat die Erfahrung gezeigt, dass sie eine Umstellung auf gesundes und hochwertiges Futter gut vertragen.
Merke: „In der Ruhe liegt die Kraft“
Futterumstellung bei Krankheiten
Manchmal zwingen aber auch Krankheiten den Tierbesitzer, das Futter seines Lieblings umzustellen. Anbei ein paar Beispiele, wieso, weshalb und warum unter bestimmten Umständen eine Erkrankung entstehen kann oder wie durch die Auswahl eines hochwertigen Futters eine Entlastung des Organismus und eine mögliche Verbesserung des Allgemeinzustandes unterstützt werden kann.
Analdrüsen
Die Ursache von Analdrüsenproblemen liegt sehr häufig in einer Störung des Stoffwechsels. Eine solche Stoffwechselstörung kann unter anderem vom Futter abhängig sein. Wird der Stoffwechsel des Tieres über einen längeren Zeitraum belastet, kann dies zu dauerhaft weichem Kot führen und damit die Entleerung der Analdrüsen erschweren oder begünstigen. Abhilfe kann darin bestehen, auf ein hochwertiges Hundefutter umzustellen, das den Stoffwechsel möglichst wenig belastet und dadurch entlastend wirken kann.
Es gibt jedoch auch andere Ursachen für Stoffwechselprobleme, die nicht direkt mit dem Futter zusammenhängen. So kann der Stoffwechsel beispielsweise durch die Gabe von chemischen Wurmkuren, Parasitenmitteln oder Medikamenten belastet werden. Auch hormonelle Störungen des Organismus können Auslöser für wiederkehrende Analdrüsenprobleme sein.
Unverträglichkeit
Oftmals tritt eine Unverträglichkeit auf, wenn der Organismus auf bestimmte Futterbestandteile reagiert. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein und sich in Form von sprödem Fell, Juckreiz und übermäßigem Haarausfall, aber auch durch Koliken, Erbrechen, Blähungen oder Durchfall zeigen.
Aktuell beinhalten viele Futtermittel eine große Anzahl an Kräutern, was sicherlich gut gemeint ist. Dennoch habe ich die Erfahrung gemacht, dass viele Hunde auf die dauerhafte Gabe einer Vielzahl von Kräutern sensibel reagieren können. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, die Kräutermenge zu reduzieren oder Kräuter nur kurweise einzusetzen.
Viele minderwertige Futtermittel enthalten synthetische Zusatzstoffe und weitere Bestandteile, die Unverträglichkeiten oder allergieähnliche Reaktionen begünstigen können. Viele Hunde reagieren zudem empfindlich auf Getreide, sodass eine Umstellung auf ein getreidefreies Futter sinnvoll sein kann. Ebenso sollte möglichst auf Zucker, Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Lock- oder Füllstoffe sowie weitere künstliche Zusätze verzichtet werden. Dabei sollte man berücksichtigen, dass natürliche Vitamine vom Organismus in der Regel besser verwertet und abgebaut werden können als synthetisch zugesetzte Vitamine.
Häufig ist es schwierig, den konkreten Auslöser eindeutig zu identifizieren, da bei vielen Futtermitteln keine vollständige Deklaration aller Zutaten vorliegt. Bei einer vermuteten Fleischunverträglichkeit kann ein Ausschlussverfahren helfen, dem Verursacher auf die Spur zu kommen. Dabei wird über mehrere Tage ausschließlich eine einzige Fleischsorte gefüttert. Zeigt der Hund daraufhin keine Symptome mehr, kann diese Proteinquelle als verträglich gelten. Reagiert der Hund auf eine bestimmte Fleischsorte, wird diese dauerhaft vom Speiseplan gestrichen. Für besonders sensible Hunde kann sich auch ein hypoallergenes Nassfutter eignen.
Wie kann eine Unverträglichkeit entstehen?
Beispiele
- Parasitenbefall
- Giardien, die zu spät oder unzureichend behandelt wurden
- Bakterien wie Helicobacter
- Darmerkrankungen in jungen Lebensmonaten
- Toxische Indikatoren
- Längere Medikamentengabe im jungen Alter
- Cortison, Antibiotika oder cortisonfreie Allergiemittel
- Wurmkuren, Impfungen und Narkosen
- Futtermittel
- Ungeeignetes Futter (z. B. klassisches Trockenfutter)
- Zusatzstoffe
- Zu hohe Supplementierung bestimmter Mikro- oder Makronährstoffe
- Ungeeignete Leckerlis (z. B. Pökelsalz in Wurstwaren)
Unverträglichkeit oder Allergie?
Eine Allergie kann im Gegensatz zu einer Unverträglichkeit lebensbedrohlich sein. Heutzutage wird der Begriff Allergie häufig verwendet, dennoch besteht ein deutlicher Unterschied zwischen einer Unverträglichkeit und einer echten Allergie – auch aus schulmedizinischer Sicht.
- Unverträglichkeit
- Laktoseintoleranz
- Symptome zeigen sich zeitversetzt
- Unangenehm, aber in der Regel händelbar
Die Menge spielt eine entscheidende Rolle
- Allergie
- Sofortige, teils sehr heftige Symptome
- In schweren Fällen lebensbedrohlich
- Nicht mehr allein händelbar
- Bereits kleinste Mengen können eine starke Reaktion auslösen
Bauchspeicheldrüsenentzündung
In der Bauchspeicheldrüse werden die Enzyme gebildet, die für die Spaltung der Nährstoffe zuständig sind. Ist die Funktion der Bauchspeicheldrüse eingeschränkt, kann der Hund die Nährstoffe aus dem Futter nicht mehr ausreichend verwerten, man spricht dann von einer Pankreatitis. Daraus kann über kurz oder lang ein Nährstoffmangel entstehen.
Hunde mit einer diagnostizierten Pankreatitis sollten in der Regel auf ein leicht verdauliches und fettarmes Futter umgestellt werden. Das Futter sollte dabei ausreichend Kohlenhydrate enthalten, die jedoch gut verdaulich sein müssen. Die Tagesration wird idealerweise auf mehrere kleine Mahlzeiten verteilt, um das Verdauungssystem zu entlasten.
Ob der Hund zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel benötigt, um den Bedarf an Mineralstoffen, Vitaminen und anderen Nährstoffen zu decken, sollte immer mit dem behandelnden Tierarzt abgestimmt werden. Kann die Bauchspeicheldrüse die benötigten Enzyme nicht mehr selbst herstellen, kann der Einsatz entsprechender Präparate notwendig sein.
Blasensteine
Blasensteine (Harnsteine) sind bei Hunden keine Seltenheit mehr. Häufig besteht ein Zusammenhang zwischen der Entstehung der Steine und einer ungeeigneten Ernährung. Damit ist in vielen Fällen gemeint, dass das Hundefutter einen hohen Anteil an künstlichen Zusatzstoffen enthält. Je nach Art des Blasensteins kann es durch das Futter zu einem Überangebot an bestimmten künstlichen Spurenelementen oder Mineralstoffen kommen.
So kann beispielsweise ein zu hoher Anteil von Phosphor und Magnesium im Hundefutter die Bildung von Struvitsteinen begünstigen.
Darüber hinaus gibt es Hunderassen, die aufgrund ihrer genetischen Disposition anfälliger für die Entwicklung von Blasensteinen sind. Dazu zählen unter anderem Cocker, Dalmatiner, Mops und Bulldoggen. Auch bei diesen Rassen kann eine angepasste, hochwertige Ernährung dazu beitragen, das Risiko für Blasensteine zu reduzieren.
Giardien
Giardien sind einzellige Darmparasiten, die sich im Darm ansiedeln und häufig mit Durchfallerkrankungen in Verbindung gebracht werden. Betroffen sind vor allem Welpen, deren Darmflora noch nicht vollständig aufgebaut ist, sowie erwachsene Hunde mit einer instabilen Darmflora. Nur bei einer geschwächten oder instabilen Darmflora können sich diese Einzeller an der Darmwand anheften und sich vermehren.
Bei einer stabilen Darmflora und dem daraus resultierenden funktionierenden Immunsystem werden diese Parasiten in der Regel in Schach gehalten. Auch die Zusammensetzung der Nahrung spielt dabei eine Rolle, insbesondere der Anteil an Kohlenhydraten und Zucker, da diese die Vermehrung und den Selbsterhalt von Giardien begünstigen können.
Was sind Giardien überhaupt, wie ernähren sie sich und was hält sie am Leben?
Schätzungen zufolge tragen viele Hunde Giardien in sich, ohne zwingend klinische Symptome zu zeigen. Dass heute häufiger darüber gesprochen wird, liegt auch daran, dass die Diagnostik deutlich besser geworden ist als früher. Ein positiver Nachweis bedeutet nicht automatisch eine dauerhafte Erkrankung, denn vieles hängt vom Zustand der Darmflora und davon ab, ob das Milieu im Darm die Parasiten begünstigt oder einschränkt.
Wichtig zu wissen ist: Nicht nur ein positiv getesteter Hund kann Giardien ausscheiden, sondern auch ein negativ getestetes Tier kann zeitweise Giardien mit dem Kot abgeben. Der entscheidende Faktor ist daher nicht allein der Test, sondern die Stabilität des Darms.
Giardien sind Einzeller mit besonderen Stoffwechselwegen. Im Gegensatz zu menschlichen Zellen können sie ihre Energie nicht über die klassische Sauerstoffverbrennung gewinnen, sondern nutzen einen anaeroben Stoffwechselweg, also eine Energiegewinnung ohne Sauerstoff. Dieser Gärungsprozess liefert deutlich weniger Energie als der aerobe Stoffwechsel, weshalb Giardien auf eine kontinuierliche Zufuhr leicht verfügbarer Energie angewiesen sind.
Um ihren Selbsterhalt und ihre Vermehrung sicherzustellen, benötigen Giardien daher große Mengen an Zucker. Dieser Zucker entsteht im Verdauungstrakt aus Stärke. Stärke ist ein wesentlicher Bestandteil vieler gängiger Futtermittel, insbesondere klassischer Trockenfutter. Die enthaltene Stärke wird im Dünndarm mithilfe des Enzyms Amylase sowie durch Darmbakterien in Zucker aufgespalten, was den Giardien ideale Bedingungen bietet.
Um ihren Selbsterhalt und ihre Vermehrung sicherzustellen, benötigen Giardien große Mengen an Zucker. Dieser Zucker entsteht im Verdauungstrakt aus Stärke. Stärke ist insbesondere in klassischem Trockenfutter in relevanten Mengen enthalten. Sie wird im Dünndarm mithilfe des Enzyms Amylase sowie durch Darmbakterien in Zucker aufgespalten – und genau dieser Zucker dient Giardien als Lebensgrundlage.
Bei Giardien ca. 10 Tage NULL Kohlenhydrate füttern – NUR Fleisch in Kombination mit der Moroschen Karottensuppe
Wie hält man Giardien in Schach?
Der wichtigste Ansatzpunkt ist eine möglichst stabile und belastbare Darmflora. Es ist bekannt, dass ein Großteil der Immunzellen im Darm lokalisiert ist. Darm und Immunsystem stehen daher in enger Verbindung und beeinflussen sich gegenseitig. Ist der Darm in einem guten Zustand, können sich Giardien nur eingeschränkt an der Darmwand anheften und werden häufig auf natürlichem Wege wieder ausgeschieden.
Ist die Darmflora hingegen geschwächt und damit auch das Immunsystem beeinträchtigt, kann es zu einer stärkeren Vermehrung der Parasiten kommen. Solche Schwächungen können durch unterschiedliche Faktoren entstehen, unter anderem durch Stress, vorausgegangene Erkrankungen, medikamentöse Belastungen oder eine dauerhaft ungeeignete Ernährung.
Da Giardien auf Zucker und Kohlenhydrate angewiesen sind, wird häufig empfohlen, die Fütterung in dieser Phase kohlenhydratarm zu gestalten und den Fokus auf eine gut verdauliche, einfache Zusammensetzung zu legen. In Kombination mit geeigneten diätetischen Maßnahmen kann so das Darmmilieu verändert werden, sodass sich die Parasiten schlechter halten können.
Ziel sollte es sein, die Darmflora langfristig zu stabilisieren und das Verdauungssystem zu entlasten. Eine Fütterung ohne Zucker und ohne unnötige künstliche Zusatzstoffe kann dabei unterstützend wirken. Zusätzlich können begleitende Maßnahmen sinnvoll sein, die den Darm in seiner natürlichen Funktion stärken, ohne ihn weiter zu reizen.
Tipp: Besonders bei Welpen sollte auf die Qualität des Futters geachtet werden, da ein stabiles und gut entwickeltes Darmmilieu eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung darstellt. Wird der Darm bereits im jungen Alter dauerhaft belastet, kann dies später eine erhöhte Anfälligkeit für Unverträglichkeiten oder andere gesundheitliche Probleme begünstigen.
Eigene Erfahrungen und weiterführende Informationen zum Thema Giardien können separat nachgelesen werden.
In diesem Zusammenhang hat sich auch die sogenannte Moro’sche Karottensuppe bewährt. Sie wurde ursprünglich von Professor Ernst Moro entwickelt und enthält spezielle Zuckerstrukturen, die verhindern können, dass sich bestimmte Erreger an der Darmwand anheften. Dadurch werden die Parasiten bei der Darmpassage mit ausgeschieden, ohne dass der Darm zusätzlich gereizt wird.
In Kombination mit einer kohlenhydratarmen Fütterung kann die Moro’sche Karottensuppe dazu beitragen, das Darmmilieu vorübergehend so zu verändern, dass Giardien schlechtere Lebensbedingungen vorfinden. Ziel ist dabei nicht eine „radikale Maßnahme“, sondern die Unterstützung des Darms, damit sich die Schleimhaut erholen und die Darmflora stabilisieren kann.
Eine ausführliche Erklärung zur Moro’schen Karottensuppe, ihrer Entstehung sowie ihrer Wirkweise im Darm – insbesondere im Zusammenhang mit Giardien bei Welpen – findest du hier:
Welpe mit Giardien – warum die Moro’sche Karottensuppe so wertvoll ist
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!!! Merksatz WICHTIG !!!
Solange Trockenfutter gefüttert wird, werden Giardien weiterhin mit Stärke und Kohlenhydraten versorgt. Eine konsequente Giardien-Reduktion oder -Entfernung ist unter diesen Bedingungen nicht sinnvoll möglich, da die Parasiten über das Futter ständig neue „Nahrung“ erhalten.
Kastration
Kastrierte Rüden sowie Hündinnen neigen oftmals nach dem Eingriff zu einer Gewichtszunahme. Das hängt mit dem veränderten Hormonspiegel zusammen, der nach einer Kastration absinkt. Die nun fehlenden Sexualhormone haben zuvor Stoffwechsel und Appetit reguliert. Dadurch haben kastrierte Hunde häufig einen gesteigerten Appetit, während ihr tatsächlicher Energiebedarf gleichzeitig sinkt.
Viele Halter reagieren darauf mit dem Gedanken: Dann setze ich das Tier einfach auf Diät, um der Gewichtszunahme entgegenzuwirken. Das ist grundsätzlich eine Möglichkeit, bringt jedoch auch Nachteile mit sich. Zum einen leidet das Tier häufig unter dauerhaftem Hungergefühl, zum anderen kann es langfristig zu einer Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen kommen, wenn die Futtermenge stark reduziert wird.
Sinnvoller und nachhaltiger ist in der Regel eine Umstellung auf ein hochwertiges Hundefutter mit einem niedrigen Kohlenhydratanteil und damit geringerer Energiedichte. Idealerweise erfolgt diese Futterumstellung bereits vor der Kastration, da der Appetit oft schon wenige Tage nach dem Eingriff ansteigt und der Energiebedarf gleichzeitig sinkt. Auf diese Weise kann sich der Hund bereits vor der Operation an das neue Futter gewöhnen.
OCD
OCD ist eine Gelenkerkrankung, die vor allem bei jungen Hunden im Alter von etwa vier bis fünf Monaten auftritt und mit einer gestörten Skelettentwicklung einhergeht. In den meisten Fällen ist das Schultergelenk betroffen. Die Erkrankung zeigt sich häufig im Gangbild des Hundes und kann sich durch Lahmheit, Schmerzen, einen steifen Gang, Muskelschwund, Schonhaltungen oder ein Ausdrehen der betroffenen Pfote äußern.
Es wird angenommen, dass eine genetische Veranlagung in Kombination mit hormonellen Einflüssen sowie einer ungeeigneten Ernährung während der Wachstumsphase eine Rolle bei der Entstehung von OCD spielen kann. Bei vielen betroffenen Hunden war das Futter für ihr junges Alter sehr energiereich und enthielt einen hohen Kalziumanteil. Dadurch wird das Wachstum beschleunigt, was ungünstige Veränderungen im Knochen- und Gelenkbereich begünstigen kann.
In vielen Fällen gilt OCD als nicht vollständig heilbar, jedoch können gezielte Maßnahmen dazu beitragen, dem Hund ein weitgehend schmerzfreies Leben zu ermöglichen. Eine dieser Maßnahmen kann die Umstellung auf ein angepasstes, hochwertiges Hundefutter sein, das den Wachstums- und Stoffwechselprozessen besser entspricht.
Wird OCD in einem frühen Stadium erkannt, kann eine Kombination aus angepasster Fütterung und einer zeitlich begrenzten Bewegungseinschränkung dazu beitragen, die Belastung des betroffenen Gelenks zu reduzieren. Unter günstigen Voraussetzungen kann sich das Schultergelenk stabilisieren, sodass schwerere Verläufe möglicherweise vermieden werden.
Zusammenfassung
Eine Futterumstellung ist bei vielen Erkrankungen kein „Trend“, sondern oft ein sinnvoller Schritt, um den Organismus zu entlasten. Erkrankungen wie Analdrüsenprobleme, Unverträglichkeiten, Allergien, Giardien, Bauchspeicheldrüsenprobleme, Blasensteine, Gewichtszunahme nach Kastration oder Wachstumsstörungen wie OCD haben häufig gemeinsam, dass der Stoffwechsel, der Darm oder das Hormonsystem dauerhaft unter Druck stehen.
Futter kann diese Belastungen entweder weiter verstärken oder dabei helfen, sie zu reduzieren. Entscheidend sind dabei eine überschaubare Zutatenliste, eine gute Verdaulichkeit, möglichst wenig Zucker und Stärke sowie der Verzicht auf unnötige Zusatzstoffe. Besonders der Darm spielt eine zentrale Rolle, da er nicht nur für die Verdauung zuständig ist, sondern auch einen großen Teil des Immunsystems beeinflusst.
Wichtig ist: Eine Futterumstellung wirkt nicht über Nacht. Sie ist ein Prozess, bei dem der Körper Zeit braucht, um sich neu zu regulieren. Je nach Vorgeschichte, Alter und Belastung kann diese Anpassung Wochen oder sogar Monate dauern. Geduld, Beobachtung und ein ruhiges Vorgehen sind dabei entscheidend.
FAQ – Häufige Fragen zur Futterumstellung bei Krankheiten
1. Warum spielt das Futter bei so vielen Krankheiten überhaupt eine Rolle?
Weil der Körper alles, was er bekommt, verarbeiten muss. Futter beeinflusst den Darm, den Stoffwechsel, den Hormonhaushalt und das Immunsystem. Ist das Futter dauerhaft ungeeignet, können diese Systeme aus dem Gleichgewicht geraten und Beschwerden begünstigen oder verstärken.
2. Reicht es nicht, einfach Medikamente zu geben?
Medikamente können Symptome lindern oder akut helfen, ändern aber nichts an den täglichen Belastungen durch das Futter. Wird parallel weiterhin ungeeignet gefüttert, muss der Körper dauerhaft „gegenarbeiten“. Das erklärt, warum manche Probleme immer wieder auftreten.
3. Warum ist der Darm so wichtig?
Der Darm ist nicht nur für die Verdauung zuständig, sondern beherbergt einen Großteil des Immunsystems. Ist die Darmflora gestört, können Krankheitserreger leichter Fuß fassen und Entzündungen begünstigt werden. Ein stabiler Darm ist daher die Basis für viele Regulierungsprozesse im Körper.
4. Was hat Trockenfutter mit Giardien zu tun?
Klassisches Trockenfutter enthält viel Stärke, die im Darm in Zucker umgewandelt wird. Giardien ernähren sich genau von diesem Zucker. Wird weiterhin Trockenfutter gefüttert, bekommen die Parasiten ständig neue Nahrung – unabhängig von Medikamenten.
5. Warum kommen Giardien oft immer wieder?
Weil zwar behandelt wird, das Darmmilieu aber gleich bleibt. Wird der Darm nicht stabilisiert und weiterhin kohlenhydratreich gefüttert, finden Giardien immer wieder günstige Bedingungen vor und können sich erneut vermehren.
6. Ist Durchfall bei einer Futterumstellung normal?
Leichte Veränderungen im Kot können vorübergehend auftreten, vor allem bei empfindlichen Hunden. Hält Durchfall jedoch länger an oder verschlechtert sich, sollte das Tempo der Umstellung reduziert und gegebenenfalls tierärztlich abgeklärt werden.
7. Warum nehmen viele Hunde nach der Kastration zu?
Nach der Kastration sinkt der Hormonspiegel. Dadurch steigt oft der Appetit, während der Energiebedarf sinkt. Wird weiterhin wie zuvor gefüttert, entsteht ein Energieüberschuss, der zu Gewichtszunahme führt.
8. Reicht es, nach der Kastration einfach weniger zu füttern?
Weniger Futter kann dazu führen, dass wichtige Nährstoffe fehlen und der Hund dauerhaft Hunger hat. Sinnvoller ist ein Futter mit geringerer Energiedichte, das den Bedarf deckt, ohne zu viele Kalorien zu liefern.
9. Können Wachstumsprobleme wie OCD durch Futter beeinflusst werden?
Ja, insbesondere im Wachstum spielt die Nährstoffzusammensetzung eine große Rolle. Zu energiereiches Futter oder ein ungünstiges Kalziumverhältnis kann das Wachstum beschleunigen und Gelenke überlasten, was bestehende genetische Risiken verstärken kann.
10. Wie lange dauert es, bis eine Futterumstellung Wirkung zeigt?
Das ist individuell sehr unterschiedlich. Erste Veränderungen im Kot oder im Verhalten können nach wenigen Wochen sichtbar sein. Eine tiefgreifende Stabilisierung von Darm, Stoffwechsel oder Gewicht benötigt jedoch oft mehrere Monate Geduld.
[Körpergewicht des Hundes in kg x 30] + 70 = RER
Beispiel: 30kg Hund unkastriert bei normaler Aktivität: 30kg x 30 = 900 + 70 = 970 x 1,8 RER = 1.746 kcal pro Tag
Die „30“ steht für den Erhaltungsbedarf des Körpers.
Also für alles, was der Hund allein zum Leben braucht: Atmen, Herzschlag, Körpertemperatur halten, Organarbeit, Grundspannung der Muskulatur und minimale Bewegung im Alltag.
Die „+ 70“ kommt oben drauf, um zu berücksichtigen, dass der Hund kein regloses Wesen ist, sondern sich bewegt, aufsteht, läuft, reagiert und aktiv am Leben teilnimmt.
Der RER (Ruheenergiebedarf) ist ein individueller Richtwert. Er beschreibt die Energiemenge, die ein Hund benötigt, um seine lebenswichtigen Grundfunktionen aufrechtzuerhalten – unabhängig von Leistung oder Training. Wie hoch dieser Bedarf tatsächlich ist, hängt vom einzelnen Hund ab: Körperbau, Muskelmasse, Stoffwechsel, Alter und Gesundheitszustand spielen eine Rolle. Deshalb ist der RER kein fixer Wert, sondern eine individuelle Ausgangsbasis, von der aus weitergerechnet wird.