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Viele Hundehalter betrachten Organe wie Leber, Nieren oder Darm getrennt voneinander, als würden sie unabhängig arbeiten. In Wirklichkeit ist der Körper des Hundes ein eng vernetztes System, in dem jedes Organ auf das andere angewiesen ist. Man kann sich das wie eine Reihe aufgestellter Dominosteine vorstellen: Gerät ein Stein ins Wanken, fallen die nächsten mit um.

Beginnt zum Beispiel der Darm zu straucheln, weil er durch falsches Futter, Stress oder chemische Belastungen aus dem Gleichgewicht gerät, kann er seine Aufgaben nicht mehr vollständig erfüllen. Die Folge ist, dass andere Organe einspringen müssen. Die Leber wird stärker belastet, weil mehr Stoffwechselreste anfallen, die Nieren müssen mehr filtern, und das Immunsystem wird geschwächt. Umgekehrt kann eine überlastete Leber dazu führen, dass der Darm nicht mehr sauber arbeitet oder sich Haut und Ohren als „Notausgänge“ für Belastungen zeigen.

Dieser Zusammenhang ist wichtig zu verstehen, weil Symptome selten dort entstehen, wo die eigentliche Ursache liegt. Was sich außen als Hautproblem, Juckreiz oder Verdauungsstörung zeigt, ist oft das Ergebnis eines längeren inneren Ungleichgewichts. Genau deshalb ist es sinnvoll, den Hund immer ganzheitlich zu betrachten und nicht nur ein einzelnes Organ isoliert. Ziel ist es, die natürlichen Abläufe im Körper wieder zu stabilisieren und die beteiligten Organe so zu entlasten, dass sie ihre Aufgaben im Zusammenspiel wieder erfüllen können.

Entgiftungsorgane sind überfordert!

Viele Erkrankungen werden heute, beim Hund so wie beim Menschen, auf eine zu hohe Schadstoffbelastung des Organismus zurückgeführt. Unsere Körper können sich nicht mehr selbst regulieren und belastende Stoffe nicht mehr richtig abbauen. Durch Stoffe, die sich an unterschiedlichen Stellen im Körper ablagern, kann es zu funktionellen Beeinträchtigungen der Entgiftungsorgane kommen. Die tägliche „Schadstoffdosis“ zu verringern ist dabei fast unmöglich, denn auch unsere geliebten Vierbeiner kommen täglich in unserer Umwelt mit belastenden Stoffen in Kontakt. Heute sind das durchschnittlich etwa 45.000-65.000 verschiedene belastende Umweltsubstanzen – täglich.

Zu Umweltgiften, Schwermetallen und synthetischen Stoffen kommen für die Entgiftungsorgane zusätzlich Medikamente, Wurmkuren und Stress hinzu. Eine nicht unbedeutende Rolle spielt auch eine falsche Ernährung. Daher ist es umso wichtiger, die Belastung beim Hund und seinen Entgiftungsorganen so gering wie möglich zu halten.

Stoffwechselerkrankung

Eine gezielte Ausleitung und Entlastung kann dann sinnvoll sein, wenn vermehrte gesundheitliche Probleme beim Tier vorliegen. So bleiben z. B. Stoffwechselerkrankungen oft unerkannt. Eine gute Ernährung spielt aber auf jeden Fall eine wichtige Rolle, um den Stoffwechsel bei seiner Aufgabe zu unterstützen, den Organismus zu stabilisieren und das Immunsystem zu entlasten, damit jedes Teilchen seine Aufgabe erfüllt.

Stoffwechsel – was passiert?

Der Stoffwechsel ist ein biochemischer Prozess, der Energie aus Nahrung gewinnt. Vereinfacht gesagt ist es die Gesamtheit der lebenswichtigen körperlichen Reaktionen wie: Aufnahme, Abbau, Umwandlung, Verwertung und Ausscheidung der zugeführten Nährstoffe. Leidet der Hund an einer Stoffwechselstörung, kann sich das in Form von Haut- oder Fellproblemen wie Schuppen, Juckreiz, stumpfes/glanzloses Fell oder kahlen Stellen zeigen. Aber auch plötzliche Allergien, eine verminderte Leistungsfähigkeit oder geringere Vitalität sind oft unerkannte Stoffwechselstörungen. Leider bleibt diese Einordnung oft unerkannt.

Stoffwechselstörungen werden zum größten Teil durch einen Überschuss an Stärke im Hundefutter und/oder mangelnde Futterqualität ausgelöst. Aber auch eine individuelle Fütterung (z. B. Barf, Selberkochen…) kann langfristig, auf Grund eines Ungleichgewichtes von Mineralstoffen, Spurenelementen oder Vitaminen, eine Stoffwechselbelastung begünstigen. Des Weiteren können auch Erkrankungen der Nieren und/oder der Leber, sowie eine Verwurmung, die erwähnten Umweltbelastungen oder mangelnde Bewegung zu Problemen beim Stoffwechsel führen.

In den meisten Fällen liegt keine Futtermittelunverträglichkeit oder Futtermittelallergie vor, sondern ein Stoffwechselproblem. Eine Futterumstellung bringt zwar einen kurzfristigen Erfolg, adressiert aber nicht automatisch die Ursache. Daher muss für einen langfristigen Erfolg der Ursache auf den Grund gegangen werden.

Die Entgiftungsorgane

Die fünf wichtigsten Entgiftungsorgane des Hundes sind Leber, Niere, Darm, Lunge und Milz. Sind diese bereits an ihrer Leistungsgrenze, sind Ohren und Haut die letzten Ausscheidungsorgane, die den Ausleitungs- und Entlastungsprozess übernehmen können. Eine Überlastung der Entgiftungsorgane zeigt sich in Schuppen- oder Talgbildung bis hin zu Ekzemen und/oder Entzündungen. Ein weiteres Symptom sind Schmutzansammlungen in den Ohren.

Ist der Organismus überfordert und die körpereigene Regulation reicht nicht mehr aus, können weitere Schritte notwendig werden, um den Körper zu entlasten und Ausleitung zu unterstützen. Die Zunahme von Nierenproblemen und steigende Lebererkrankungen sowie die Erkrankung des Darmsystems machen die Entlastung und der anschließende Darmaufbau beim Hund zu einem aktuellen Thema. Wie eine Entlastung/Ausleitung umgesetzt werden kann, lesen Sie im Thema Entgiftung beim Hund nach, und zur Basis des Verdauungssystems finden Sie Details hier: Die Verdauung beim Hund.

Leber

Die Leber zählt zu den primären Entgiftungsorganen im Körper. Ohne sie läuft fast nichts. Sie wandelt belastende Stoffe in besser ausscheidbare Substanzen um, damit sie über den Dickdarm oder die Nieren ausgeschieden werden können. Ihre Zellenregeneration ist enorm hoch, aber gemessen an ihren Aufgaben braucht auch die Leber Unterstützung, damit sie ihre körpereigenen Funktionen aufrecht erhalten kann und stabil bleibt.

Die Leber produziert z. B. Proteine. Diese sind für die Blutgerinnung, das Immunsystem aber auch für Entzündungsprozesse zuständig. Wenn also die Leber überfordert ist, leidet nicht nur die Gerinnung des Blutes oder das Immunsystem darunter, sondern entzündliche Prozesse am und im Körper können zunehmen. Bei der Verwertung und Verdauung spielt die Leber eine entscheidende Rolle. Sie verwandelt Beta Carotin in das zeltschützende Vitamin A. Sie bildet Hormone für die Regulierung des Muskelaufbaus und das Körperwachstum. Sie unterstützt den Körper bei der Speicherung lebenswichtiger Vitamine und hilft bei der Fettverbrennung sowie der Mobilisierung von Zuckerreserven.

Die Leber muss in der heutigen Zeit einiges verkraften: Umweltbelastung, überhöhte Medikamentengabe, Parasitenbefall, Stress und zum größten Teil falsches Futter. Die Leber kann Mängel oder Überschüsse lange Zeit ausgleichen, aber auch dieses Organ kommt irgendwann an seine Grenzen. Nicht selten führt diese Überforderung dann zu einer funktionellen Schwäche der Leber.

Nieren

Die Nieren sind Ausscheidungsorgane, zählen aber auch zu den Entgiftungsorganen. Überschüssige Flüssigkeit und belastende Stoffe werden über die Blase ausgeschieden. Die Leber übergibt den Nieren die wasserlöslichen Abfallprodukte aus dem Blut. Die Nieren müssen jetzt diese Abfallprodukte über die Blase und die Harnwege mit Hilfe von Urin ausscheiden. Durch ihre hohe Kapazität halten die Nieren nicht nur den Flüssigkeitshaushalt im Gleichgewicht, sondern filtern auch eine große Menge an Blut.

Leidet die Niere unter zunehmenden Belastungen, kann auch diese ihre Aufgaben nicht mehr richtig erfüllen. Die Folge: Das Blut kann nicht mehr von harnpflichtigen Stoffen (z. B. Harnstoff, Harnsäure, Kreatinin…) gereinigt und filtriert werden. Dadurch kann sich eine langsam ansteigende innere Belastung entwickeln, die sich dann mehr oder weniger deutlich auf den gesamten Hund auswirkt. Eine weitere große Rolle spielt aber auch hier eine hohe Medikamentenbelastung und die Ernährung des Hundes. Somit führen nicht nur belastende Medikamente, sondern auch eine falsche Ernährung zu einer Veränderung in der Stoffwechselkette. Bei einer Überbelastung kann das zu Stauprozessen führen.

Es können sich aber auch Erkrankungen anderer Organe, funktionelle Schwächen sowie belastende Substanzen oder Allergien ungünstig auf die Nieren auswirken.

Darm

70% der Gesundheit liegt im Darm! Daher gilt er als „Zentrum der Gesundheit“. 70% der Immunzellen befinden sich im Darm und geht es diesen gut, geht es auch dem Hund gut. Eine ausgeglichene und ausbalancierte Darmflora stärkt und nährt das gesamte Immunsystem. Der Darm ist somit nicht nur ein entscheidendes Verdauungsorgan, sondern auch ein extrem wichtiges Entgiftungsorgan. Im Darm findet die Ausleitung aus der Leber sowie die Verdauung des Hundes statt.

Erkrankungen anderer Organe, nicht artgerechtes Futter, Stress, Belastungen (z. B. Impfungen, chemische Wurmkuren, Medikamente), Infektionen (Bakterien, Viren, Parasiten oder Pilze) und Umweltbelastungen wirken sich negativ auf den Darm aus. Wie die anderen Organe hält auch der Darm eine gewisse Zeit eine Überbelastung aus. Aber auch beim Darm ist irgendwann mal eine Grenze erreicht und nicht allzu selten finden dann viele Beschwerden ihren Ursprung. Wenn es um Parasiten und chemische Belastungen geht, finden Sie ergänzend diesen Beitrag: Parasitenbekämpfung mit Kieselgur, und bei Zeckenmitteln diesen: Zecken- und Flohmittel.

Lunge

Durch die Atmung tragen die Lungen zur Ausleitung bei. Bei jedem Ausatmen werden belastende Stoffwechselprodukte freigegeben. Merke: Je tiefer die Atmung ist, desto mehr wird der Lymphfluss angeregt und desto besser wird zusätzlich ausgeleitet.

Milz

Die traditionelle chinesische Medizin spricht der Milz eine entscheidende Rolle als Entgiftungsorgan zu. Wo genau sie liegt und was ihre Aufgaben sind, wissen sicherlich nur wenige. Sie wird sehr stark durchblutet, ist von einer dehnbaren Kapsel umgeben und liegt im vorderen Bauchraum auf der linken Seite. Ihre Hauptaufgabe ist es, kaputte Blutzellen auszusortieren und wieder aufzubauen. Die Milz ist daher ein wichtiges Organ des Kreislauf- und Abwehrsystems.

Die Milz ist in der Lage, ca. 20% des gesamten Blutvolumens zu speichern und diese im Notfall (z. B. Blutverlust) wieder abzugeben. Zudem steuert sie wichtige Hormone und hilft bei der Abwehr und Beseitigung von Infektionserregern.

FAQ

Was sind „Entgiftungsorgane“ beim Hund überhaupt?

Mit Entgiftungsorganen sind die Organe gemeint, die im Alltag dabei helfen, Stoffwechselprodukte und belastende Stoffe zu verarbeiten und über verschiedene Wege wieder aus dem Körper zu bringen, vor allem über Leber, Nieren, Darm, Lunge und Milz.

Woran merke ich, dass die Ausleitung beim Hund „nicht rund läuft“?

Im Text werden als mögliche Hinweise unter anderem Haut- und Fellveränderungen, Schuppen, Juckreiz, Ekzeme oder auffällige Verschmutzungen in den Ohren genannt, wobei solche Zeichen immer mehrere Ursachen haben können und nicht automatisch „die eine“ Erklärung bedeuten.

Warum spielt die Ernährung dabei so eine große Rolle?

Weil alles, was der Hund frisst, über Verdauung und Stoffwechsel verarbeitet werden muss, und minderwertige Futterqualität oder ungünstige Zusammensetzung den Organismus zusätzlich belasten können, während artgerechte, gut verträgliche Nahrung den Körper eher entlastet.

Was macht die Leber im Alltag genau?

Die Leber verarbeitet viele Stoffe aus Futter, Umwelt und dem eigenen Stoffwechsel, stellt wichtige Proteine her, unterstützt Verdauungsvorgänge und sorgt dafür, dass bestimmte Stoffe so umgebaut werden, dass der Körper sie besser weiterverarbeiten oder ausscheiden kann.

Warum sind die Nieren so wichtig?

Die Nieren filtern das Blut und sorgen dafür, dass wasserlösliche Abfallprodukte über Urin ausgeschieden werden, und gleichzeitig halten sie den Flüssigkeitshaushalt im Gleichgewicht, was bei Belastungen durch Futter, Umwelt oder Medikamente besonders relevant sein kann.

Welche Rolle hat der Darm außer Verdauung?

Der Darm ist nicht nur für den Abbau und die Aufnahme von Nährstoffen zuständig, sondern wird im Artikel auch als zentrales Organ für Immunbalance beschrieben, weil ein großer Teil der Immunzellen im Darm sitzt und eine stabile Darmflora den Organismus insgesamt stützen kann.

Wie kann Stress die Organe beeinflussen?

Stress kann den Stoffwechsel und die Verdauung aus dem Takt bringen, wodurch der Körper insgesamt weniger stabil arbeitet, was sich dann auch auf Darmflora, Appetit, Hautbild oder die allgemeine Vitalität auswirken kann.

Warum werden Wurmkuren, Impfungen oder Medikamente im Zusammenhang erwähnt?

Im Artikel werden sie als mögliche zusätzliche Belastungsfaktoren genannt, weil sie körpereigene Prozesse fordern können und manche Tiere danach vorübergehend mit Verdauung oder Haut reagieren, weshalb eine begleitende Stabilisierung von Fütterung und Darm häufig als sinnvoll angesehen wird.

Was ist mit „Darmaufbau“ gemeint?

Damit ist gemeint, den Darm nach Belastungen oder längeren Ungleichgewichten wieder zu stabilisieren, zum Beispiel über eine passende Fütterung, klare Routinen und Maßnahmen, die die Darmflora unterstützen, ohne dabei Therapieaussagen zu machen.

Was ist der wichtigste erste Schritt, wenn ich das Thema angehen will?

Praktisch ist oft, zuerst die täglichen Belastungen zu reduzieren, die man selbst beeinflussen kann, vor allem über Futterqualität, klare Deklaration, passende Portionen, ausreichend Flüssigkeit und einen stressarmen Alltag, und dann Schritt für Schritt zu beobachten, was dem Hund bekommt.

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