Viele Hunde- und Katzenhalter lassen bei Durchfall oder Erbrechen ein Blutbild machen, um „auf Nummer sicher“ zugehen. Was sie dann sehen, verunsichert oft mehr, als es hilft: auffällige Werte, rote Markierungen und Begriffe, die nach Krankheit klingen. Was dabei fast immer übersehen wird: Ein Körper, der gerade reguliert, entgiftet oder ausgleicht, zeigt im Blut ein anderes Bild als ein Körper im Ruhezustand. Dieser Artikel soll helfen, Blutwerte besser einzuordnen – nicht isoliert, sondern im Zusammenhang.
Teil 2
Inhaltsverzeichnis
- Rückblick auf Teil 1
- Warum dieser zweite Artikel wichtig ist
- Ein Blutbild ist eine Momentaufnahme
- Auffällige Werte bedeuten oft: Das Organ arbeitet
- Die Niere
- Die Leber
- Die Bauchspeicheldrüse
- Die Milz
- Das Blut
- Chemische Belastungen und extreme Ausschläge
- Durchfall + Blutbild
- Weniger ist oft mehr
- Warum gerade diese Organe so häufig auffällig werden
- Abschlussgedanke
Ein kurzer Rückblick auf Teil 1
Im ersten Teil ging es darum, Durchfall bei Hund und Katze neu zu betrachten.
Nicht als Störung, die man möglichst schnell unterbrechen muss, sondern als wichtiges Körpersignal.
Ein Signal dafür,
dass der Darm noch arbeitet,
dass der Körper reagieren kann,
dass Regulation überhaupt noch möglich ist.
Genau an diesem Punkt setzt dieser zweite Artikel an.
Denn sehr häufig passiert nach Durchfall oder Erbrechen Folgendes:
Es wird ein Blutbild gemacht – und die Verunsicherung wird größer statt kleiner.
Wenn du den Darm-Reinigungsmechanismus und Themen wie Grasfressen (Fremdkörper, „Einwickeln“, Ausscheiden) nochmal sauber einordnen willst:
Warum frisst mein Hund Gras?
Ein Blutbild ist immer nur eine Momentaufnahme
Ein Blutbild ist wie ein Foto.
Es zeigt nicht, wie es gestern war.
Es zeigt nicht, wie es sich entwickelt.
Es zeigt nicht, ob etwas dauerhaft besteht.
Es zeigt nur:
Was macht der Organismus genau jetzt?
Und ein Körper, der gerade Durchfall hatte, erbrochen hat, unter Stress steht oder entgiftet,
ist nicht im Normalzustand.
Er arbeitet.
Er kompensiert.
Er versucht, Gleichgewicht herzustellen.
Auffällige Werte bedeuten nicht automatisch Krankheit
Wenn im Blutbild Werte als „auffällig“ markiert sind, heißt das zunächst einmal nur eines:
Ein Organ arbeitet gerade stärker.
- Nicht: Das Organ ist kaputt.
- Nicht: Das Organ ist krank.
- Nicht: Das Organ ist dauerhaft geschädigt.
Sondern:
Das Organ ist im Einsatz.
Die Niere – Filter unter Dauerbelastung
Die Niere ist zuständig für:
- Ausscheidung
- Filterung
- Regulation des Flüssigkeitshaushalts
Auffällige Nierenwerte können entstehen durch:
- Flüssigkeitsverlust, zum Beispiel nach Durchfall oder Erbrechen
- akuten Entgiftungsbedarf
- chemische Belastungen, die ausgeschieden werden müssen
- jahrelange Trockenfutterfütterung
- synthetische Zusatzstoffe, die regelmäßig ausgeschieden werden müssen
Trockenfutter enthält kaum Feuchtigkeit. Der Körper muss Wasser aus sich selbst bereitstellen, damit Stoffe überhaupt ausgeschieden werden können.
Das bedeutet:
Die Niere arbeitet konzentrierter.
Über Jahre hinweg.
Auffällige Werte können deshalb bedeuten:
Die Niere arbeitet unter Dauerlast.
Nicht automatisch:
Niereninsuffizienz.
Zum Thema Belastung durch „chemische Gaben“ passt auch:
Zecken- und Flohmittel
Die Leber – Entgiftung, Überlastung und Fettleber
Die Leber ist das zentrale Entgiftungsorgan des Körpers.
Alles, was der Körper nicht braucht, muss hier verarbeitet werden.
Erhöhte Leberwerte können entstehen durch:
- chemische Belastungen
- Medikamente oder andere körperfremde Stoffe
- Stress
- dauerhaft sehr kohlenhydratreiche Trockenfutter
- synthetische Vitamine, Konservierer und Zusatzstoffe
Wird der Leber über längere Zeit zu viel Energie in Form von Kohlenhydraten zugeführt,
kann sich Fett in der Leber einlagern.
Man spricht dann von einer Fettleber.
Eine Fettleber bedeutet:
Die Leber ist überlastet,
aber sie arbeitet noch.
Eine Leberinsuffizienz liegt erst dann vor,
wenn die Leber ihre Aufgaben dauerhaft nicht mehr erfüllen kann.
Erhöhte Leberwerte zeigen deshalb sehr häufig:
aktive Entgiftungsarbeit oder Überlastung,
nicht automatisch eine Insuffizienz.
Auch hier passen die Zusammenhänge „Chemie/Belastung“:
Zecken- und Flohmittel

Schnupperpaket 200g
versandkostenfrei

Schnupperpaket 400g
versandkostenfrei

Schnupperpaket 810g
versandkostenfrei
Die Bauchspeicheldrüse – Verdauung unter Dauerstress
Die Bauchspeicheldrüse produziert:
- Verdauungsenzyme
- Stoffe zur Steuerung des Stoffwechsels
Auffällige Pankreaswerte können entstehen durch:
- wiederholten Durchfall oder Erbrechen
- Verdauungsstress
- chemische Belastungen
- Trockenfutter mit hohem Kohlenhydratanteil
- synthetische Zusatzstoffe, die enzymatisch verarbeitet werden müssen
Je mehr Stärke und Zucker im Futter enthalten sind,
desto mehr Enzymarbeit ist notwendig.
Über Jahre kann das zu einer Dauerüberforderung führen.
Auffällige Werte können bedeuten:
Die Bauchspeicheldrüse arbeitet am Limit.
Nicht automatisch:
Pankreasinsuffizienz.
Passender Hintergrundartikel:
Bauchspeicheldrüsenprobleme bei Hund & Katze
Die Milz – oft beteiligt, selten krank
Die Milz ist eng mit dem Blut- und Immunsystem verbunden.
Alles, was über das Blut transportiert wird, betrifft auch die Milz.
Ihre Aufgaben sind unter anderem:
- Abbau alter oder geschädigter roter Blutkörperchen
- Zwischenspeicherung von Blut
- Beteiligung an Immun- und Abwehrreaktionen
Auffälligkeiten der Milz können entstehen durch:
- starke Immunaktivität
- Entzündungen im Körper
- Stress
- chemische Belastungen
- synthetische Zusatzstoffe
- dauerhafte Belastung durch Trockenfutter
Gerade bei chemischen Belastungen reagiert die Milz oft deutlich.
Das bedeutet meist:
Die Milz arbeitet mit.
Nicht:
Die Milz ist krank.
Das Blut – erstes Reaktionssystem des Körpers
Das Blut ist das Transportmedium Nummer eins.
Alles, was aufgenommen wird, geht zuerst ins Blut.
Veränderungen bei:
- roten Blutkörperchen
- weißen Blutkörperchen
- Hämatokrit
- Hämoglobin
können entstehen durch:
- Stress
- Flüssigkeitsverlust
- Entgiftungsprozesse
- chemische Belastungen
- synthetische Zusatzstoffe aus Trockenfutter
Diese Veränderungen zeigen sehr häufig:
Reaktion und Anpassung.
Nicht automatisch:
eine Erkrankung des Blutes.

Futterumstellung 200g
versandkostenfrei

Futterumstellung 400g
versandkostenfrei

Futterumstellung 810g
versandkostenfrei
Warum gerade diese Organe so häufig auffällig werden
Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse, Milz und Blut haben eines gemeinsam:
Sie sind Filter-, Reinigungs- und Regulationssysteme.
Und genau diese Systeme reagieren zuerst,
wenn der Körper belastet ist,
entgiftet,
oder kompensieren muss.
Ein Körper, der nichts mehr zeigt,
hat oft schon lange aufgehört zu reagieren.









FAQs
1. Ist ein auffälliges Blutbild bei Hund oder Katze immer ein Zeichen für Krankheit?
Nein. Ein auffälliges Blutbild zeigt zunächst nur, dass der Körper gerade arbeitet. Besonders nach Durchfall, Erbrechen, Stress oder Entgiftung sind Abweichungen logisch. Ein Blutbild zeigt eine Momentaufnahme – keinen Dauerzustand und keine Diagnose.
2. Kann Durchfall die Blutwerte wirklich so stark beeinflussen?
Ja. Durchfall bedeutet Flüssigkeitsverlust, Stress für den Organismus und erhöhte Arbeit der Entgiftungsorgane. Das kann Nierenwerte, Leberwerte, Blutkonzentration und Immunparameter deutlich verändern.
3. Warum sind Nierenwerte bei Trockenfutter-Tieren so häufig auffällig?
Trockenfutter enthält kaum Feuchtigkeit. Der Körper muss Wasser aus sich selbst bereitstellen, um Stoffe ausscheiden zu können. Zusätzlich müssen synthetische Zusatzstoffe ausgeschieden werden.
Das führt zu dauerhafter Mehrarbeit der Niere – oft über Jahre – und kann sich im Blutbild zeigen.
4. Bedeutet ein erhöhter Leberwert automatisch eine Leberinsuffizienz?
Nein. Sehr häufig zeigen erhöhte Leberwerte eine Überlastung oder Entgiftungsarbeit. Chemische Belastungen, synthetische Zusatzstoffe und kohlenhydratreiche Trockenfutter können die Leber fordern.
Eine Fettleber ist dabei deutlich häufiger als eine echte Leberinsuffizienz.
5. Können Trockenfutter und synthetische Inhaltsstoffe die Bauchspeicheldrüse belasten?
Ja. Hohe Kohlenhydratanteile erfordern eine dauerhaft erhöhte Enzymproduktion. Zusätzlich müssen synthetische Stoffe verstoffwechselt werden. Das kann die Bauchspeicheldrüse über Jahre überfordern, ohne dass sofort eine Insuffizienz vorliegt.
6. Reagieren Milz und Blut auch auf chemische Gaben?
Ja. Alles, was in den Körper gelangt, wird über das Blut transportiert. Die Milz ist eng mit Blut und Immunsystem verbunden und reagiert oft schnell auf Belastungen. Diese Reaktionen bedeuten meist Mitarbeit, nicht Krankheit.
7. Wann ist ein zweites Blutbild sinnvoll?
Oft nach einigen Wochen, wenn der Körper Zeit zur Regulation hatte. Erst dann zeigt sich, ob sich Werte normalisieren oder ob eine dauerhafte Problematik besteht.
8. Warum sind gerade Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse, Milz und Blut so häufig betroffen?
Diese Organe sind Filter-, Reinigungs- und Regulationssysteme.
Sie reagieren zuerst auf Belastungen durch Futter, synthetische Zusatzstoffe und chemische Einflüsse.